C.P. Company: Der Don der Sportartikelhersteller - Massimo Osti

Mode hat sich schon in den späten 60ern auf einem ganz anderen Tempo bewegt. Wenn man den selbstdarstellerischen Vorhang der Mode zurückziehen würde, würde man rasch erkennen, dass man nackt dastehen würde

C.P. Company: Der Don der Sportartikelhersteller - Massimo Osti

Mode hat sich schon in den späten 60ern auf einem ganz anderen Tempo bewegt. Wenn man den selbstdarstellerischen Vorhang der Mode zurückziehen würde, würde man rasch erkennen, dass man nackt dastehen würde

Massimo Ostis Fundament


Mode hat sich schon in den späten 60ern auf einem ganz anderen Tempo bewegt. Wenn man den selbstdarstellerischen Vorhang der Mode zurückziehen würde, würde man rasch erkennen, dass man nackt dastehen würde. Viele vergessen, dass die primäre Funktion der Bekleidung zum Schutz der Menschen galt. Der italienische Werbegrafiker Massimo Osti, erkannte es bereits damals und war motiviert, mit seinen unkonventionellen Methoden, die Modewelt auf den Kopf zu stellen.

Massimo Osti gründete 1974 mit einem T-Shirt Hersteller Trabaldo Togna in Ravarino sein Unternehmen Chester Perry. Die Inspiration für seinen Firmennamen bezog er aus einem britischen Comic-Strip, welches auch Lokal in Italien veröffentlicht wurde. Als viele Jahre verstrichen, bekamen Fred Perry und Chester Barrie (ein britischer Herrenschneider) Wind davon, dass eine Firma (Chester Perry), einen ähnlichen Namen trug, wie die beiden Kontrahenten. Aufgrund dessen musste Massimo Osti den Firmennamen in C.P. Company umändern. Unter diesem neuen Decknamen arbeitete Osti an ein neues Konzept für Freizeitbekleidung, und erschuf neue Grenzen in der Mode, die bis dato - noch nie da gewesen sind.


Garment Dyeing


Wenn man von Textilveredelungen spricht, kann man sich zunächst nichts darunter vorstellen. Aber wenn man die Wörter zerlegt und in ihrer Einfachheit logisch wiedergibt, ist es gar nicht mal so kompliziert. Ostis Kunst lag darin spezielle Methoden zu entwicklen, um bestimmten Materialen oder Stoffen neue Eigenschaften hinzuzufügen. Garment Dyeing ist eine Färbetechnik, die er grundlegend neu definierte. Dieser Prozess wird normalerweise beim Nachfärben von Kleidung genutzt. Osti kam jedoch auf die Idee, die fertigen Endprodukte mit Garment Dyeing zu bearbeiten. Das Prinzip dahinter war dem Endprodukt tiefe, kolorierte Dichte zu geben, da die Klamotten mit unterschiedlichen Materialien vernäht waren.

Garment Dyeing Prozess

Jedes Material nahm das Nachfärben anders auf. Durch das Einfärben erhielt die Kleidung das lockere, gemütliche Feeling. Die Anziehsachen sahen vom Look her so aus, als ob man die Kleidung schon eine Weile besaß. Das machte das Aussehen, der eingefärbten Pieces so interessant. Dieser Prozess avancierte schnell zum Markenzeichen von C.P. Company, der heute auch noch bei aktuellen Kollektionen genutzt wird.

„Form Follows Function“



Die Mille Miglia Jacke 1988-1989


Massimo Ostis streben nach was neuem fand nie ein Ende. Er probierte sehr viel aus während seinen Designprozessen. 1987 betrieb er Nachforschungen über Schutzhauben, die beim Militär verwendet wurden. Dementsprechend erschuf er einige Prototypen, um seine Vision Hand und Fuß zu geben. Hierbei ließ er sich von japanischen Luftfahrtjacken inspirieren. Die Kapuzen, der japanischen Luftfahrtjacken waren schon damals mit Linsen versehen sowie man es aktuell bei C.P. Company kennt.

Mille Miglia Jacke aus den Archiven via C.P. Company

Dies war jedoch nicht alles. Ihm kam ebenfalls der Gedanke, dass er eine Linse an einem Ärmel einnähen lassen sollte. Dadurch hat der Träger, die Chance, einen Blick auf die Uhr zu werfen, obwohl die Jacke eigentlich im Weg sein sollte. Ostis Vision ging sogar soweit, dass das Design der Jacke im Jahr 1988, als Sponsor des berühmt berüchtigten Autorennens Mille Miglia einging. Er war der Felsenfesten Überzeugung, dass er eine Jacke erschuf, welches die Qualitäten mitbrachte, ein abgefahrenes Abenteuer zu überstehen. Das Mille Miglia kam ihm wirklich gut gelegen, um seine neuste Kreation am menschlichen Leibe auszutesten. Die Textur der Jacke schütze den Fahrer vor Regen und Schlamm. Das ausgeklügelte Taschensystem, wie man es bei einer M-65 Feldjacke kennt, erlaubte dem Fahrer, essenzielle Utensilien mitzunehmen, die fürs Rennen wichtig waren. Ausweise, Karten, Lebensmittel etc.


Die Goggle Jacke aka Mille Miglia Jacke, die bei dem gleichnamigen Rennen getragen wurde, war beige und trug das Logo des Rennens in Rot auf der Klappe der Brusttasche. Osti war von seinem Meisterwerk so überrascht, als er merkte, dass die Jacke perfekt für das Rennen geeignet war. Die diversen Wetterbedingungen, all die kleinen Dinge, die für das Rennen elementar waren - an all das hat sich Osti instinktiv Gedanken gemacht. Hierzu muss man noch erwähnen, dass die Jacke gar nicht primär für das Event designt wurde.


C.P. Company x adidas Originals


Am 24. August ging C.P. Company eine Kollaboration ein, mit einer der Big Playern in dem Game. Die Partnerschaft zwischen beiden Marken C.P. Company und adidas Originals wurden mit einer Kollektion unterstrichen, die sehr begehrt und limitiert war. Darunter waren Jacken, ein T-Shirt, ein Hoodie und eine Reihe an Sneakern erhältlich. Beide Marken haben ihre Wurzeln tief in der Casual Szene verankert und wurden bereits in den 90ern von den übereuphorischen Fußballfans die ziemlich Mode orientiert waren, zelebriert. Die Zusammenarbeit der Casual Giganten ließ das ganze Revue passieren.

C.P. Company x adidas Originals

C.P. Company in der UK


Jeder von uns weiß, dass in diversen Regionen unterschiedliche Wetterbedingungen herrschen. In der UK kommt die Sonne selten zum Vorschein. Das Wetter wird oftmals vom Regen getrübt. Aus dem Grund ist es von Vorteil, wenn man eine Jacke besitzt, die einige Wetterbedingungen standhält. Die Jacken von C.P. Company entsprechen diesen Eigenschaften, weshalb sie eine große Abnehmerschaft in der UK haben. Sie kooperierten bereits mit einigen Künstlern aus dem regnerischen Königreich, die die Brand in das sonnige Licht rückte, in der sie sich positionieren möchten. Angefangen von Slowthai bis zu Rejjie Snow.

C.P. Company 2020

Unter der Leitung von Lorenzo Osti (der Sohn von Massimo Osti) wurden mit der Zeit weitere Materialverdelungen/Herstelleungsprozesse entdeckt, die C.P. Company auf weitere Jacken und Kleidungsstücke anwendete. P.Ri.SM ist Eine neue Stoffart, welche das komplette Wissen von Garment Dyeing umfasst. Die prismatische Struktur besteht aus Ripstop- und Polyurethanmembran, die ein einzigartiges Gewebe darstellt.

Die Kleidungsstücke aus der Eclipse-Kollektion stellen den zweiten Schritt von Re Colouring dar. Statt einer Basisfarbe zu benutzen, verwendete man High-Visibility-Polyestersubstrat. Dies trug man auf gewebte Gabardine oder Knitted Fleece auf. Die zweite Farbe wurde ganz klassisch mit dem Re Colour Prinzip eingearbeitet. Bei den Pieces aus der Eclipse-Kollektion handelt es sich hierbei, um eine Schattierung, die hinter dem transparentem Harz noch sichtbar ist.

In jeder Jacke von C.P. Company schlummert ein Teil der von Massimo Ostis Hingabe und Liebe, die er mit seinem ableben, an die nächsten Generationen weiterleitete, die dasselbe Ziel verfolgen wie er; Bekleidung herzustellen, die einfach praktisch ist, und mehr als nur den einfachen und oberflächlichen Schutz bietet. Es geht darum eins mit seiner städtischen Umgebung zu sein, wo die Wettervorhersage mal mit der Prognose falsch liegt. Am besten hat man an solchen Tagen eine C.P. Company im Rucksack dabei oder trägt im besten Fall sogar schon eine, die den falschen, regnerischen Wettervorhersagen trotzt und man dennoch gut aussieht. Und das dank Massimos Ostis unkonventionellem denken.

MOUBSEN X C.P. COMPANY EDITORIAL

Autor: Moubarak Assima / Fotos: Kaj Lehner / Styling: Moubsen & Elena Yaelle Klotz / Creative Direction: Moubsen & Kaj Lehner / Model: Moubsen & Elena Yaelle Klotz

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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