„Das ist meine Bestimmung“ - Boondawg über Sozialkritik in seinen Texten, musikalische Einflüsse und Polizeigewalt

Mittlerweile muss man nicht mehr nach Amerika oder England schauen, um neue, herausragende englischsprachige Künstler zu finden.

„Das ist meine Bestimmung“ - Boondawg über Sozialkritik in seinen Texten, musikalische Einflüsse und Polizeigewalt

Mittlerweile muss man nicht mehr nach Amerika oder England schauen, um neue, herausragende englischsprachige Künstler zu finden.

Mittlerweile muss man nicht mehr nach Amerika oder England schauen, um neue, herausragende englischsprachige Künstler zu finden. Seit einigen Jahren schaffen es immer wieder deutsche Artists den Sound der Amerikaner in den Schatten zu stellen und etwas Eigenes zu schaffen, dass auch Over Seas funktioniert. Der Düsseldorfer Rapper und Sänger Boondawg fällt genau in dieses Raster. Mit eigenem Sound, tiefgründigen Texten und sehr viel Style überzeugt der Newcomer nicht nur hier in Deutschland. Wir haben mit ihm über sein Mixtape „Riot“, sein Label K.I.D.S. und die deutsche Polizei geredet.

„Das ist meine Bestimmung“ - Boondawg über Sozialkritik in seinen Texten, musikalische Einflüsse und Polizeigewalt

Im Januar hast du dein Debut Mixtape “Riot” gedroppt. Wie hast du die Resonanz zu dem Tape wahrgenommen?

Unglaublich.
Es ist ein unglaublich krasses Gefühl, wenn Menschen aus aller Welt dir schreiben um dich wissen zu lassen, wie sehr sie deine Musik berührt und wie viel sie ihnen bedeutet. Viele haben mir geschrieben, dass es das beste Projekt ist, was sie seit langem (oder sogar in ihrem Leben) gehört haben. Komplett crazy, wenn man bedenkt, wie viele Künstler es da draußen gibt. Erinnert einen oft daran, dass man für viele Leute bereits der ist, der man immer sein wollte.

In dem Statement, welches du zum Mixtape veröffentlicht hast sagst du, dass du die Stimme für diejenigen bist die ungehört bleiben. Inwiefern nutzt du deine Musik für etwas größeres als nur Unterhaltung?

Meine Musik soll immer ein Spiegel meines Lebens, meiner Umwelt sein. Ich versuche immer die Emotionen, die mich umgeben einzufangen und mit meiner Musik wiederzugeben. Es gibts so viele Geschichten, so viele Stimmen die ungehört bleiben. Genau denen versuche ich eine Stimme zu geben. So erklärt sich auch der Vibe und die Thematik meines letzten Projects.

Beim hören deiner Musik fällt auf, dass du einen ganz eigenen Sound gefunden hast, geprägt von klassischen HipHop, RnB und New Wave Musik. Wie würdest du deine eigene Musik beschreiben?

Vielseitig.
Wie gesagt ein Spiegel meines Lebens.
Mal deep, mal turnt.
Mal fast, mal slow.
Je nachdem variiert auch mein Sound.
Ich konnte mich mit der Idee Künstler in Genre einzuteilen nie wirklich anfreunden.
Meiner Meinung nach sollte Kunst frei von allen Klassifizierungen und Grenzen sein. Genau dafür machen wir den Shit ja. Damit sag ich nicht, dass es keine Genres geben sollte, nur sollte man Künstlern nicht vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben.



Welche Musik hat dich in deiner Jugend geprägt und ist vielleicht ein Grund für die Diversität in deiner Musik?

Zum größten Teil Hip-Hop und RnB aus den Staaten.
In meiner Jugend hatte vorallem Kendrick Lamar einen großen Impact auf mich. Auch wenn ich nicht immer alles voll und ganz verstand hab wusste ich, dass er den Leuten eine Stimme gab. Wie er sich von all dem was zu der Zeit so abging abhebte, genau das wollte ich auch. Er bestätigte für mich, dass es sich lohnt man selbst zu bleiben und nicht all dem nachzuahmen was grad im Trend ist. Aber natürlich hatten auch Künstler wie Kanye West, XXXtentacion oder auch Drake einen großen Einfluss auf mich. All das was bahnbrechend und authentisch war.

Es wird oft davon gesprochen, dass deutsche englischsprachige Künstler es sowohl im Ausland als auch in Deutschland schwieriger haben. Wie fasst du dieses “Vorurteil” auf?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht stimmt. Dennoch versuche ich mich davon nicht beeinflussen zu lassen. Ich bin daran gewöhnt immer doppelt so viel geben zu müssen wie andere. Immer 200% - alles andere war nie eine Option.
Die Weitsicht spielt dabei eine große Rolle. Es bringt nichts sich mit anderen zu vergleichen, denn du wirst immer jemanden finden, der in irgendeinem Aspekt besser ist oder mehr hat als du.
Ich habe mir mein Ziel gesetzt und weiß das ich es erreichen werde. Das ist meine Bestimmung. Alles andere spielt keine Rolle.

Du kommst aus Düsseldorf Garath. Wenn man an Düsseldorf denkt kommt einen immer der Gedanke an eine Reiche High Society Stadt. Der Stadtteil Garath ist von diesem Klischee jedoch nicht wirklich betroffen. Wie hast du dein Umfeld in der Jugend wahrgenommen und wie hat es dich geprägt?

Es hat mich schon sehr stark geprägt. Mein Umfeld und die Umstände sind der Grund für meine Zielstrebigkeit. Ich wusste immer, dass ich mehr will als nur durchschnittlich zu leben.
Ich will den Leuten um mir herum etwas bieten können und setze mir nie ein Limit.
Gleichzeitig lehrte es mich aber auch, stets bodenständig zu bleiben und aus dem Mindesten das meiste rauszuholen. Man sollte immer das wertschätzen, was man hat. Wenn du in einem "sozialen Brennpunkt" aufwächst, kommt es nicht primär darauf an was du hast. Es geht um Dinge wie Aufrichtigkeit, Respekt, Loyalität... Die wesentlichen Dinge im Leben.


In deinem letzten Musikvideo zu “Lost Soul” sind viele Polizisten zusehen, die in einer umgedrehten Rolle fungieren. Auch in deiner Musik ist die Verhaltensweise der Polizei immer wieder ein Thema.
Inwiefern hast du Rassismus oder sogar Polizeigewalt, von der Exekutiven in deinem Umfeld erlebt?

Ich persönlich bin selten mit Polizisten aneinandergeraten, da ich mich aus den meisten Dingen raus gehalten habe und sonst das Glück hatte zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Schikane bei Ausweis- und Fahrzeugkontrollen kam aber schon öfter vor. Allgemein hast du mit der Hautfarbe irgendwie automatisch das Gefühl, dass du permanent unter Verdacht stehst. Hinzu kommt natürlich auch der Einfluss der sozialen Medien. Dadurch, dass wir so sehr vernetzt sind, teilen wir sowohl Freude als auch Leid.
Sowas beeinflusst einen dann stark und trägt zum (sowieso schon) kritischen Bild von Polizisten in unserer Gesellschaft bei. Prinzipiell habe ich nichts gegen Polizisten. Ganz im Gegenteil: Respekt, wem Respekt gebührt. Was mich stört ist vielmehr das gegenseitige Decken und Beschützen untereinander. Es sollte keine Toleranz für Ungerechtigkeit geben. Vorallem nicht, wenn es ihr Job ist für Gerechtigkeit zu sorgen.



Über “Kick It Dont Stop” erscheint zur Zeit deine Musik. Desweiteren, werden auch andere Kunstformen wie die upcoming Streetwearbrand „Sourire“ auf dem Kanal gepusht. Wer sind die Mitglieder von K.I.D.S. und wie wichtig ist es dir andere Creatives die außerhalb der Musiklandschaft fungieren zu pushen?

K.I.D.S ist ein Creative Collective aber auch ein Lifestyle. Hol dir das was dir zusteht ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist unsere Herangehensweise bei allem was wir tun. Das wie und wann ist erst mal egal. In Aktion zu treten und dran zu bleiben ist das wichtigste. K.I.D.S. ist wer K.I.D.S. lebt.
Direkte Member sind @karimlaminediop @patrickbadiane @imma.tc und meine Wenigkeit.
Die Kids, die noch alles auf den Kopf stellen werden.


Hast du noch irgendwelche letzten Worte für die Leute dadraußen?

BE YOURSELF!
Ich werde immer wieder vom Leben daran erinnert, dass der einzige Weg zum Glück und Innerer Ruhe Selbstliebe ist.
Sei du selbst und die Welt gehört dir, denn dich gibts nur einmal.

Autor: Leon Dobbelgarten

Moubarak Assima

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