Denim-Don: Wie Evisu zum weltbesten Jeanshersteller avancierte

Japan ist wenn es um sein Handwerk geht, für das Streben nach Perfektion bekannt. Der Qualitätsstandard muss auf einem absoluten Level sein, das für sich selbst spricht.

Denim-Don: Wie Evisu zum weltbesten Jeanshersteller avancierte

Japan ist wenn es um sein Handwerk geht, für das Streben nach Perfektion bekannt. Der Qualitätsstandard muss auf einem absoluten Level sein, das für sich selbst spricht.

Japan ist wenn es um sein Handwerk geht, für das Streben nach Perfektion bekannt. Der Qualitätsstandard muss auf einem absoluten Level sein, das für sich selbst spricht. Sei es bei Kleidung, Möbel oder Nahrung. In allem ist die Liebe zu spüren, die die Einheimischen des Landes der untergehenden Sonne, in ihre Arbeit hineinstecken. Das mag ich so sehr an Japan. Aber was ich besonders an dem Land im fernen Osten liebe und schätze, ist das japanische Denim. Doch warum ist Japan für sein Denim bekannt? Warum stoßen viele Arbeiter täglich an ihre Grenzen, um einfachen „Jeansstoff“ zu produzieren?

Der Beginn einer neuen Ära - Evisu

Als Hidehiko Yamane 1991 seine Marke Evisu in Japan, Osaka ins Leben rief, ahnte er noch nichts von seinem zukünftigen Erfolg. In den Anfangsphasen hieß seine Brand noch Evis, was von Levis abgeleitet war. Yamane meinte es mit dem Namen keinesfalls böse. Levis sah dies jedoch anders und klagten Yamane aufgrund dessen an, da er angeblich versuchte die Marke zu „kopieren“. Yamane fügte letztlich dem Evis einem „U“ hinzu und daraus erstand das heutige Evisu. Evisu wird von Ebisu abgeleitet, welcher eine shinoistische Gottheit Japans darstellt, der für Glück und Wohlstand steht. Deswegen wird er als ein Bärtiger mit Angelrute dargestellt. Da Yamane ein Riesen Fan von Geld und Angeln war, nutzte er diese Gunst zu seinem Vorteil, und verewigte Ebisu für immer als Leather-Tag auf sein Denim.

Der japanische Designer war streng gegen die Wegwerf-Kultur von Klamotten. Weshalb er sich entschied Vintage-Denim zu importieren, und ihnen wieder neues Leben einzuhauchen. Jedoch war es ihm nicht genug. Es müsse einen anderen Weg geben, um langlebiges Denim zu produzieren. Diesen fand er auch, indem er weit in die Zeit zurückging, und sein Denim nach traditioneller Art produzierte. Dafür beschaffte er sich ein Schützenwebstuhl und fing an Denim so herzustellen, wie es man es einst kannte. 14 Jeans konnte er pro Tag anfertigen. Diese Endergebnisse kennzeichnete er mit dem Seagull-Logo (Möve), welches er auf jedes seiner Denims händisch auftrug.

Hidehiko Yamane malt händisch auf eine Jeans das Seagull-Logo

Die Popularität bei Jugendlichen

Die 2000er waren wohl das aufregendste Jahr für Evisu. Der anstieg an Kreativität stieg gefühlt ins unermessliche. Nun konnten sich diverse Leute als Designer bezeichnen, unabhängig von den Haute Couture Häusern. Einige Brands, die wir heute kennen, (Stüssy, Bape, Supreme) hatten ebenfalls in der goldenen Ära des Streetwears ihren Höhepunkt erreicht. Das war das perfekte Timing und harmonische Zusammenspiel von allen Brands, die derzeit auf dem Markt waren. Die amerikanische Jugend fing an sich mit Caps, Hoodies, Cargohosen und Sneakern einzukleiden. Nur eines fehlte noch. Denim.
Zu der Zeit, wo große Logos alles waren, passte Evisu mit ihrem aufwändigem und plakativem Design Ethos perfekt in diese Epoche. Evisu wurde von einigen Rappen aus diesem Zeitabschnitt besungen, was die Popularität extrem unter den jugendlichen förderte. Das Problem hierbei war allerdings, dass Evisu nur exklusiv in Japan erhältlich war. Jeder wollte zu der Zeit eine Raw Denim von Evisu haben. Nur war das Internet damals noch nicht so transparent wie heute, um sich die Jeans online erwerben zu können.

"How you want it, my jeans is 300
these ain't Diesel, nigga, these is Evisu" - JAY-Z


Evisu in 2020

Milennilas schauen auch weiter in die Zeit zurück. Sie interessieren sich für die Mode die einst die Gottväter des Streetwears hinterließen. Hierbei wird auf diversen Onlineshops sowie Secondhand-Läden herumgestöbert, um sich Archive-Pieces zuzulegen. Evisu hat einiges an alten Raritäten zu bieten, wenn es um Denim geht.
Der Fluss der Zeit hinterließ einiges an alten Klamotten zurück, die nur darauf warten von Generation Z wieder ins Leben gerufen zu werden. Wenn man zwischen den Zeilen liest, ist klar und deutlich zu erkennen, das Yamane’s Philosophie in jeder seiner Vintage-Jeans steckt. Seine Denkweise war ein voller Erfolg, besonders wenn man überlegt, wie viele Vintage-Evisu-Jeans es auf dem Markt gibt. Sie werden noch für weitere Jahrzehnte auf dem Markt verweilen, da ihre Qualität für die Ewigkeit bestimmt ist.

Palace x Evisu

Die heutige Jugend sehnt sich ständig nach Marken, die ihrem Mode-Empfinden den gewissen Ausdruck verleihen. Dabei orientieren sie sich meistens an Superstars, die ihn dieses Gefühl vermitteln. Oft aber wird dabei vergessen, was für eine Historie eine Brand mit sich bringt. Und was für ein immenser Aufwand es gewesen sein muss, sich einen Stellenwert in einer Gesellschaft zu erkämpfen, die eh nur darauf wartet, auf den nächsten Trend zu springen. Was nicht verkehrt ist, aber eine coole Brand ist so viel mehr als nur ein Piece, das von Travis Scott oder Quavo getragen wird. Es ist ein Stück Geschichte, das man mit sich trägt und diese sollte man auch lieben und schätzen lernen.

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Der Herstellungsverfahren von Raw- und Selvage-Denim


Was ist Raw Denim?

Raw Denim ist der Ausgangspunkt von jeder Jeans. Es ist sozusagen, die jungfräuliche Jeans, die unbearbeitet aus dem Webstuhl kommt. Eine Raw Denim ist von den charakterlichen Eigenschaft sehr steif, da während dem Webprozess Stärke aufgetragen wird, um die Langlebigkeit des Endprodukts zu erhöhen. Nachdem weben werden Veredelungsprozesse wie Gegenschrägstellung (das verhindern von Gewerbeverdrehung), Sanforisieren (das Vorbehandeln von Denim) sowie Sengen (das abbrennen von streuenden Baumwollfasern) angewendet.

Was ist Selvage Denim?

Selvage Denim ist eine Denim-Art, die ebenfalls auf Webstühlen hergestellt wird. Jedoch ist dieser Prozess viel aufwändiger als bei der konventionellen Jeans-Herstellung. Self-edged (echte Webkante) oder auch Selvedge genannt wurde auf alten Webstühlen erzeugt. Diese nennen sich auch Schützenwebstühle. Der Werdegang des weltbekannten Selvage-Denims sah so aus, dass die Webkante schmal und dicht aneinander gewoben wurde. Das besondere Merkmal hierbei war, dass die Webkante nicht abgetrennt wurde. Sie wurde mit einem Faden fixiert, um den Kundenstamm besser differenzieren zu können. Der Spezialist des Denims - Levis, hatte anfangs eine weiße Kante, bis sie sich mit der Zeit in rot umänderte (was die bekannteste naht aller Selvage Denims ist). Wrangler wählte die Farbe blau, und Lee grün und gelb. Selvage Denim kann ausschließlich nur auf Schützenewebstühlen hergestellt werden. Diese Webstühle weben den Stoff nur mit einem Schussfaden, der jedes Mal, die komplette Bandbreite des Webstuhls zurücklegt. Wenn dieser Faden wieder zurück in das Denim eingeführt wird, entsteht die berühmt-berüchtigte Selvagekante. Diese hat den Vorteil, dass sie nicht ausfranst, wie herkömmliches Denim, die auf Projektilwebstühlen produziert wird.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, war es der gewohnte Qualitätsstandard, auf Schützenwebstühlen seine Jeans zu produzieren, bis die weltweite Nachfrage an Denim stieg. Aufgrund dessen entschloss man sich auf Projektilwebstühle umzusteigen, da diese viel effizienter arbeiten als Schützenwebstühle. Denn diese haben den Nachteil, dass sie sehr viel langsamer arbeiten als Projektilwebstühle. Sie brauchen eine Stoffbreite von 80cm, wo hingegen der Projektilwebstuhl lediglich 150cm benötigt. Dies bedeutet, dass viel mehr Stoff benötigt wird, um eine Jeans anzufertigen. Deshalb ist Selvage Denim so preisintensiv, weil der Aufwand viel Zeit und Geduld in Anspruch nimmt.

Selvedge-Webstühle waren Ende des 19 Jahrhunderts sehr verbreitet in Amerika. In den 60ern bis hin zu den 80ern, wurde der Herstellungsprozess rationalisiert und modernisiert. Die klassischen Schützenwebstühle wurden komplett durch Projektilwebstühle ersetzt oder durch anderweitige temporärere Herstellungsmethoden.

Die Japaner erkannten das längst vergessene Potenzial der Selvage-Webstühle. Sie kauften diese ein und sicherten sich somit heute den Platz als Marktführer für qualitativ hochwertiges Selvage Denim. Evisu ist das beste Beispiel dafür.#

Autor: Moubsen

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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