Der Schuh mit dem alles anfing – Die Geschichte des 1er Jordans

Die wahren OG’s und Jordan-Kenner unter uns wissen, dass Michael Jordan damals garnicht mit Nike interagieren wollte.

Der Schuh mit dem alles anfing – Die Geschichte des 1er Jordans

Die wahren OG’s und Jordan-Kenner unter uns wissen, dass Michael Jordan damals garnicht mit Nike interagieren wollte.

Nike und Michael Jordan – Wie es zu der einzigartigen Love-Story kam.

Die wahren OG’s und Jordan-Kenner unter uns wissen, dass Michael Jordan ursprünglich garnicht mit Nike interagieren wollte. Denn sein bevorzugter Spielschuh während seiner College Zeit war der Chuck Taylor von Converse. Es ist Heutzutage schwer vorstellbar in solch einem Schuh auf professionellem Level Basketball spielen zu können. Nichtsdestotrotz wollte Michael bei Converse unterschrieben und seine NBA Karriere mit diesem Schuh starten.

Nikies Überzeugungsromanze an Jordan

Doch Nike hat alles dafür gegeben, Michael Jordan unter Vertrag nehmen zu können, und ging sogar so weit, dass Nike Michael Jordans Eltern dazu zwang, mit ihm zusammen, den Nike Campus in Beaverton, Oregon zu besuchen. Die Idee dahinter war relativ klar: Es ging darum eine ganze Brand um den Namen Jordan zu bauen. Er sollte das neue Gesicht der Marke werden. Und Hand in Hand mit den Designern seine Träume erfüllen. Doch trotz diverser Überzeugungsversuche, konnten sie ihn noch nicht überreden, der Nike-Familie beizutreten. Michaels Begründung: Ihm gefallen die Schuhe von Nike nicht. Die Sohlen seien ihm zu dick und er fühle den Boden nicht an seinen Füßen. Das sollte sich aber nun ändern. Nike kreierte 1985 den Air Jordan 1.

Was in den Jahren darauf geschah, sollte Nike in eine komplett andere Richtung lenken, von der sie selbst überrascht waren. Sie schafften es der Sneaker Culture ein ganz anderes Gewicht zu geben.

Nike’s damaliger Creative Director, Peter C. Moore, hatte die Aufgabe den ersten Jordan zu designen. Wie bereits erwähnt, wollte Michael eine nähere und bessere Verbindung zum Boden. Zudem sollte der Schuh aufregender und moderner wirken. Während langen Besprechungen und unterschiedlichsten Samples - zeigte sich Michaels Perfektionismus und Ehrlichkeit das erste Mal. Er hatte nur einen Satz übrig, als er den fertigen Schuh sah: „Im not wearing that shoe. I look like a clown“ (dt.: „Ich trage diesen Schuh nicht. Darin schau ich aus wie ein Clown”). Der damalige Rookie hatte also bereits eine genaue Vorstellung davon, wie sein erster Schuh auszusehen hat. Nach ein Paar Justierungen, war der 1er Jordan, so wie wir ihn heute kennen fertig, und sollte nun der Welt veröffentlicht werden.

Der Anfang einer Ära


Der Jordan 1 wurde im Jahr 1985 - zum Ende der Rookie Saison von Michael, fertiggestellt. Die Produktion des Schuhs sollte allerdings noch bis November des Jahres andauern. Somit wurde entschieden, Michael noch bis zum Verkaufsstart in dem Nike Air Ship spielen zu lassen. Die Menschen sollten damit ein bisschen hinters Licht geführt werden. Der Schuh sah dem frischen 1er Jordan nämlich zum verwechseln ähnlich aus, und teilte diverse Eigenschaften mit dem neuen Schuh. Dazu kam, dass diese Täuschung im Live Fernsehen kaum zu erkennen war. Dieser kleine visuelle Trick sollte die Einleitung für eines der größten Schuh-Legenden unserer Geschichte werden.

Der erste Colourway des 1er Jordans ist den meisten hoffentlich bekannt: Banned. Auch unter Bred bekannt, sorgte der Schwarz/Rote 1er Jordan direkt für einen großen Skandal. Der Grund warum dieser Schuh den Spitznamen Banned (dt.: „Gebannt“) ist folgender: Die NBA hat bestimmte Uniform Regeln, welche für alle Sportler streng einzuhalten sind. In anderen Worten: Als NBA Spieler kann ich einfach nicht selber bestimmen, was für Sportbekleidung, ich auf dem Court trage. Trotz eines Warnbriefes des damaligen NBA Commissioners, Russ Garnik, entschied sich Michael Jordan dazu, den Schuh zu jedem Spiel zu tragen. Nach diesen Spielen wurde Michael dann dazu aufgefordert, aufgrund des Regelverstoßes, eine Strafe von 5000$ zu zahlen.

Manch anderer Zweifelt allerdings an dieser Theorie - Der Warnbrief war eigentlich auf den Nike Air Ship bezogen. Eine offizielle Bestätigung der Strafzahlungen der NBA gibt es bis heute nicht…

Wie auch immer; was sich dort hinter der Bühne abspielte, ist heute Geschichte. Kurz nach der Story über die Unzufriedenheit von Nike über das Design des Schuhs, sprang die Marketing Agentur (Chiat/Day) mit auf die Welle. Nach einigen Wochen Planung wurden nun die ersten Spots im öffentlichen Fernsehen ausgestrahlt.


In diesem legendären 33 Sekunden langem Werbespot, ist nur Michael Jordan mit einem Basketball in den Händen und den brand neuen Air Jordan 1 an den Füßen zu sehen. Ab der Hälfte des Spots ist eine Stimme zu hören, welche sagt: „On the 15th October, Nike created a revolutionary new basketball shoe. On October the 18th , the NBA threw them out of the game. Fortunately, the NBA can't stop you from wearing them. Air Jordans. From Nike." Das Video gibt einem selbst heute noch Gänsehaut.


Mehr brauchte es allerdings auch nicht. Als der Schuh anschließend rauskam, war er sofort ausverkauft. Das erinnert ein bisschen an heute - nicht wahr? Der damalige Retailpreis? Damals noch glatte 65$. Good times… Doch zu dieser Zeit war das dennoch viel Geld für die Meisten.

Während der ersten Saison veröffentlichte Nike über 13 unterschiedliche Colourways des Jordan 1er Modells. Banned, Chicago, Royal, Black Toe, Shadow, Carolina Blue, sowie Black & White, Blue & White, Metallic Red, Metallic Purple, Metallic Blue, Metallic Green, und Natural Grey. Obwohl noch dutzende Colourways des 1er Jordans folgten, werden diese 13 für immer für den Anfang der 1er Ära stehen.

Genau so schnell wie sie ausverkauft waren, wurden sie auch wieder gerestocket. Hierbei verschätzte sich Nike allerdings mächtig und sorgte dafür, dass die Schuhe für Ewigkeiten in den Regalen standen. Die Retailer wurden sie einfach nicht los. Es kam sogar so weit, dass viele Stores die Schuhe rabattierten, und diese für nur 20$ im Sale verkauften. Es lag garnicht mal so sehr an den zu großen Mengen, die von dem 1er Jordan produziert wurden – Es lag viel mehr daran, dass das Erste Model, einfach von den darauf Folgenden Jordans, in den Schatten gestellt wurde. Spätestens als der 3er Jordan rauskam, war der 1er Jordan nicht mehr gefragt.

Der Jordan 1 in der Skate Kultur


Dieses riesen Angebot an 1er Jordans auf dem Markt im Jahr 1985 und das Verlangen nach etwas neuem in der damaligen Skateboard Szene, führte zu etwas ganz besonderem. Die beiden Kulturen verschmolzen miteinander. Ein 1er Jordan im Regal für schlappe 20$. Skater suchten nach einem Schuh, welcher nicht zu teuer aber gleichzeitig auch robust ist – Das passte perfekt! Obwohl der 1er Jordan sich zwar nicht zum klassischen Skate-Schuh entwickelte, half er Nike enorm sich in den nächsten Jahren in die Skate-Szene zu etablieren. Wenn man sich heute den Nike SB Dunk anschaut, sind ebenfalls diverse Gemeinsamkeiten zu erkennen.

Jordan 1 Remake


Viele von uns haben nur dieses eine Model im Kopf, wenn wir den Begriff „Jordan 1“ hören. Allerdings wurde von Nike oft ein neuer Ansatz gesucht, um den Namen des Schuhs zu behalten, allerdings die Silhouette bzw. die Stoffwahl ein wenig zu ändern. Modelle wie der Jordan 1 AJKO oder der Jordan 1 New Love (Released als MJ in die MLB wechselte) erlebten nie den großen Durchbruch und können auch heute noch als ein Misserfolg bezeichnet werden. Die Nachfrage ging zurück und es wurden keine neuen Colourways mehr veröffentlicht. Doch 4 Jahre nachdem MJ sich vom Basketball zurückzog, wurde das 1er Jordan pack Old Love, New Love Pack auf den Markt gebracht. Die Box beinhaltete ein Retro des Black Toes, gepaart, mit einem noch nie zuvor gesehenen gelben Paar. Viele sahen dieses Package als nutzlos an, da die ersten eigentlichen „originalen“ 13 Colourways, das waren, worin sich viele verliebt hatten. Nicht wissend, war dies nur der Anfang einer zweiten -  mindestens, genau so großen 1er Jordan Welle.

Die darauf folgenden Jahre brachte Nike wieder viel Abwechslung in das Design des Schuhs. Es folgte das Model Alpha, welches für großes Aufsehen sorgte, da es das erste Mal war, dass ein 1er Jordan mit einem Bild bedruckt wurde.


Dem Jordan 1 Anodized wurde ein futuristisches Design verpasst, indem man ihm eine komplett matt metallische Oberfläche verpasste.

Es folgten noch weitere Kollektionen, bis schließlich im Jahr 2014 eine Kollaboration mit Fragment Design beschlossen wurde. Als zum ersten Mal Bilder der heiß ersehnten Kollabo auftauchten, schienen sie ein wenig langweilig zu wirken. Das Farbschema war das gleiche wie bei den Black Toes, außer dass Hiroshi Fujiwara, das Blau der Royals, anstelle des traditionellen Chicago-Rot verwendete. Es gab auch ein geprägtes Fragment-Logo an der Ferse. Aus einem oder mehreren Gründen (eventuell, weil es den Schuh in einer geringen Stückzahl gab) wurden die Schuhe rücksichtslos gejagt und wurden sofort zum heißesten Ding der Stadt. Bis zu dem 1er Jordan x Fragment Design, waren die einzigen Jordan 1-Veröffentlichungen, von dieser Art und viel Aufmerksamkeit erregten, die ursprünglichen 13 Farbvarianten. Die Veröffentlichung des Jordan 1 x Fragment Design, war eine moderne Rückgewinnung eines fast 30 Jahre alten Sneakers.

Nach dem Jordan 1 x Fragment Design, gab es 2016 eine Reihe neuer Colorways, die ihre traditionelleren Geschwister übertreffen würden: Shattered Backboards (sowohl Home als auch Away inspiriert von Jordans zerbrochenem Backboard-Moment in Turin, Italien). Mitte 2017, haben wir bereits gesehen, wie der All-Star Jordan 1, durch mehrere Nachbestellungen, von der Stange geflogen sind. Spike Lees unglaublich limitierte "Mars Blackmon Promo" -Paare, warfen hohe Resellpreise ab. Das Sneaker-Jahr 2017 ist noch nicht ganz vorbei…

Infolgedessen folgte einer der größten 1er Jordan Releases der Geschichte. Die Kollaboration zwischen Air Jordan und Off-White. Virgil Abloh nahm den Schuh auseinander, und reduzierte ihn bis aufs kleinste Detail. Ab dort ließ er seiner Ideenwelt freien Lauf und erstellte somit einen, der insgesamt 10 Schuh Kollaboration (The Ten).

32 Jahre sind eine lange Zeit, in der ein Sneaker ständig neu interpretiert, neu kontextualisiert und in die Kultur zurückgeführt werden muss. Nach dieser langen Zeit wird der Schuh wie beim ersten Mal von der breiten Masse gejagt. Was beweist, dass eine lange Zukunft vor ihm liegt.

Ob zum Anzug oder zur kurzen Hose im Sommer. Der 1er Jordan ist und bleibt ein Schuh mit einer legendärer Silhouette. Er dominiert extrem unsere Sneaker-/Streetwear-Szene und dem kommt ursprünglich aus dem Basketballbereich. Wir sollten gespannt sein, was da an Kollaborationen noch auf uns zu kommen wird!


Autor: Paul Herzfeld

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

More posts from this author

Great! You've successfully subscribed.
Great! Next, complete checkout for full access.
Welcome back! You've successfully signed in.
Success! Your account is fully activated, you now have access to all content.