Die deutsche Jugendkultur wird in Form gebracht: Das Interview mit den Fashion-Youtubern Willy & Vincent

Wer die deutsche Streetwear- Szene verfolgt, dem müsste der Youtube- Kanal von Vincent und Willy bekannt sein. In ihrem Channel berichtet das Duo über das Thema „Mode“.

Die deutsche Jugendkultur wird in Form gebracht: Das Interview mit den Fashion-Youtubern Willy & Vincent

Wer die deutsche Streetwear- Szene verfolgt, dem müsste der Youtube- Kanal von Vincent und Willy bekannt sein. In ihrem Channel berichtet das Duo über das Thema „Mode“.

Wer die deutsche Streetwear- Szene verfolgt, dem müsste der Youtube- Kanal von Vincent und Willy bekannt sein. In ihrem Channel berichtet das Duo über das Thema „Mode“. Da es in Deutschland einige Creators gibt, die in diesem Genre dasselbe machen, sich aber kaum unterscheiden, machten es sich Willy & Vincent zur Aufgabe, ihrer Community tieferen Einblick in die Modewelt zu geben und setzen sich mit den Brands und Pieces bewusst auseinander. Sie liefern Qualität ab und filmen nicht nur stumpf ihre Latest Pick Ups.

Die deutsche Jugendkultur wird in Form gebracht: Das Interview mit den Fashion-Youtubern Willy & Vincent

Wie kamt ihr darauf einen eigenen Channel aufzumachen?

V: Willy war ja schon eine Weile auf Youtube unterwegs, aber nie so richtig konstant. Irgendwann meinte er, er braucht mich mal für ein Video. Das hat dann so gut funktioniert, dass wir das nochmal gemacht haben. Und danach dann nochmal. Irgendwann war klar: wir machen das jetzt einfach zusammen.

W: Ich habe das damals alleine angefangen, einfach weil ich Bock hatte noch ein weiteres Sprachrohr zu haben und da war YouTube das Naheliegendste. Das hat zunächst leider nie so gut funktioniert. Als Vincent allerdings dazu kam, wurde es dann um einiges besser!

Was findet ihr, was der Deutschen Streetwear- Szene fehlt?

Eine gemeinsame Antwort von Vincent und Willy:

Einiges. Angefangen mit einer eigenen Style- Sprache: alle schauen was in Amerika passiert, bedienen sich in Frankreich oder UK. Das geht aber drauf zurück, dass wir in Deutschland irgendwie keine eigene Jugendkultur haben. Streetwear kommt zu großen Teilen aus dem Hip Hop und da macht die deutsche Szene ja auch absolut nichts eigenes. Theoretisch hätten wir mit Techno eine "deutsche" Inspiration für Mode. Das ist aber nicht so zugänglich für jüngere Menschen.
Diversität fehlt uns auch. Fast alle sehen gleich aus, tragen das selbe und niemand tanzt wirklich aus der Reihe. Man hat seine Stereotypen vom Archivehead, Hypebeast und Vintagedude. Mixturen oder Zwischenräume gibt es fast keine und sind wenn doch vorhanden, praktisch unsichtbar.

Und zu guter Letzt: Bewusstsein. Bewusstsein für Konsum, Nachhaltigkeit, Qualität und Trends. Reflektion. Was passt zu mir, was passt nicht. Eventuell auch einen Blick auf die Geschichte hinter einzelnen Trends werfen. Den Horizont erweitern. Es ist nicht nur Fashion. Design, Kunst und Kultur. Aber ist natürlich bequemer zu schauen, was der Fav Influencer auf Insta anhat und das einfach nachzukaufen.

Was war für euch der nervigste bzw. der coolste Trend im Jahr 2020?

V: Nervigste Trend definitiv viel zu laute Klamotten. Zum Beispiel Murder Bravado Hosen. Meiner Meinung nach absolut Geschmacklos und in drei Jahren werden sich die Leute dafür schämen sowas getragen zu haben.
Coolster Trend ist für mich wahrscheinlich das "Comeback" von New Balance.

W: Der Nervigste Trend:

Der nervigste Trend im Jahr 2020 waren für mich ebenfalls diese ganz ganz lauten Sachen wie zum Beispiel “Murder Bravado“. Diese völlig zerfransten Hosen mit den krassen Motiven war mir einfach ein bisschen zu viel.

Bei dem coolsten Trend sehe ich es ähnlich wie Vincent, dass die kleineren Brands immer grösser geworden sind. Es gab einige junge Brands, die vor allem from Scratch geile Produkte auf den Markt gebracht haben. Mittlerweile gibt es 3-4 Leute in Deutschland die quality-wise echt gute Sachen machen.

Wenn ihr beide heute neu anfangen würdet, was würdet ihr ändern?

V: Da ich kürzlich erst angefangen habe, muss ich erstmal rausfinden, was ich überhaupt mache. ;)

W: Wenn ich heute neu anfangen müsste, würde ich meinen Content anders aufbauen und anders strukturieren, grade weil mein Style heute ja ganz anders ist als damals.

Manchmal wünsche ich mir auch dass ich mal wieder von Null anfangen könnte, aber dann denke ich mir, dass ich mir über die Jahre nun so viel aufgebaut habe. Zusammenfassend würde ich bis auf ein paar kleine optische Details nichts ändern und es genau so machen, wie ich es bis jetzt gemacht habe.

Wenn es ab morgen kein Instagram/YouTube gäbe, wie würdet ihr reagieren?

V: Das wäre schon sehr ungünstig für mich. Da ich jetzt erst angefangen mir eine "Karriere" im Internet aufzubauen, würde mich das schon sehr zurückwerfen. Auf der anderen Seite habe ich nicht so viel zu verlieren wie beispielsweise Willy.

W: Dadurch, dass es mein Main-Job ist, würde ich erstmal ein Problem haben. Aber auf der anderen Seite stelle ich mir auch immer wieder mal vor, wie es wäre wenn es keine sozialen Plattformen geben würde und ich “normal“ mein Geld verdienen müsste. Aus dem Grund haben wir auch vor knapp zwei Jahren eine Agentur gegründet und mein langfristiges Ziel ist es, dann auch für Projekte in der Agentur zu arbeiten.

Wo seht ihr euer Channel/Persönlich in 5 Jahren? Was ist euer Ziel?

V: Ich hab tatsächlich absolut keine Ahnung wo unser Channel in 5 Jahren ist. Defintiv für mich immer noch zusammen mit Willy. Mein Ziel: Ich hab eigentlich keinen bock auf "Fame". Eine stabile Community die mich versteht, das fühlt was ich mache und mich supportet. In Zukunft kommt noch viel mehr als nur Videos von uns beiden. Aber am Ende will ich einfach nur machen, was mir Spaß macht. Mich selbst verwirklichen.

W: Ich kann da keine Prediction machen, aber was feststeht ist, dass ich weithin mit Vincent unsere Videos machen will, dass wir uns gut verstehen, der Inhalt authentisch bleibt, weiterhin ein paar Follower dazu kriegen das Ganze ein bisschen größer wird. Ich würde mir wünschen, dass wir vor allem für Vincent noch mehr rausholen können, grade weil sich das natürlich im Moment nicht von alleine finanziert und grade noch ein Minusgeschäft ist.

Currently eure favourite brand?

V: Ganz klar OBS!

W: Ich unterschriebe Vincents Antwort! Zudem finde ich Lowlight Studios sehr nice.

Beschreibt euern Youtube Kanal in 2 Sätzen.

Zwei Jungs die versuchen wollen Entertainment, Konsum und Purpose im Bezug auf Fashion miteinander ins Gleichgewicht zu bekommen.

Habs in einem Geschafft. Boom.

3 Dinge ohne denen ihr nicht leben könnt:

V: Mein Laptop, weil ich auf dem alles mache. Zocken, Videos schauen und Arbeiten.

Meine Airpods und vor allem das noise cancelling.
Mein Ring, den ich immer an der rechten Hand trage. Habe eine Links-Rechts-Schwäche und würde ohne den nicht mehr wissen wo rechts ist.

W: Die sind bei mir auch: AirPods, Laptop! Aber das Wichtigste vorne weg ist meine Freundin! (Lachend): Wenn man das als Ding zählen kann. Wenn man das nicht als Ding zählt, dann ist es die erste Rolex die ich mir gekauft habe! Die hat für mich einen riesigen emotionalen Wert!

Was macht einen guten YouTube Channel/ “Influencer” aus?

Eine Gemeinsame Antwort von Vincent und Willy:

Die Mischung aus Entertainment und Message. Ehrlichkeit und Authentizität wahrscheinlich auch noch.

Mit welcher kreativen Person (Ob lebend oder tot) würdet ihr gerne mal zusammen arbeiten?

V: Wahrscheinlich Yung Lean, einfach weil ich heute nicht der wäre der ich bin, wenn es nicht seinen Influence gegeben hätte.

W: Ich bin ein großer Fan von Virgil Abloh! Neben ihm finde ich auch Jerry Lorenzo super interessant. Zudem würde ich super gerne ein Workshop bei Raf Simons machen. Und zu guter Letzt Kim Jones!

Vielen Dank euch beiden für das Interview! Viel Erfolg auf euren Wegen und bis bald!

Autor: Paul Herzfeld & Moubarak Assima

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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