„Do what you say, and say what you mean“ - Das Interview mit dem Founder von AIDS Brand

Auf dem ersten Blick des Titels denkt man sich sich wohlmöglich: „AIDS? Meint er es wirklich ernst? Aber wie viele von uns haben sich mit diesem Thema bewusst auseinander gesetzt?

„Do what you say, and say what you mean“ - Das Interview mit dem Founder von AIDS Brand

Auf dem ersten Blick des Titels denkt man sich sich wohlmöglich: „AIDS? Meint er es wirklich ernst? Aber wie viele von uns haben sich mit diesem Thema bewusst auseinander gesetzt?

Auf dem ersten Blick des Titels denkt man sich sich wohlmöglich: „AIDS? Meint er es wirklich ernst? Aber wie viele von uns haben sich mit diesem Thema bewusst auseinander gesetzt? Wahrscheinlich die wenigsten, aber jeder hat eine fundierte Meinung über das heikle Thema. „Im Grunde sollte AIDS neutral betrachtet werden. Es ist für mich nicht positiv oder negativ. Wie der Großteil es auffasst ist jedem selbst überlassen“, sagte der namenlose Designer von AIDS-BRAND.

Die besagte Marke wurde als Gegenreaktion gegründet, um den Logo-Wahn der Designerbrands zu trotzen, die einst rein gar nichts mit großen Logos auf Kleidungsstücken zu tun hatten. Um seiner Meinung einen gewissen Stempel aufzusetzen wurde sich für das Pseudonym „AIDS“ entschieden.“Irgendwann hab ich realisiert, dass die wenigsten sich jemals mit der Thematik HIV auseinander gesetzt haben“.

aids_brand ist auf taggen von Kleidungsstücken spezialisiert. Für seine Kreationen nutzt er lediglich Secondhand Pieces. Bei seinem letzten Projekt arbeitete er ausschließlich mit Leder, welches er von einer alten Couch nutze, die er bei einem Flohmarkt gratis bekam.

In dem Interview kratzen wir nicht nur der Oberfläche an, sondern versuchen in die Rolle des Designers zu schlüpfen, um seine Arbeit besser nachvollziehen zu können.

„Do what you say, and say what you mean“ - Das Interview mit dem Founder von AIDS Brand

Freut mich, dass es mit dem Interview geklappt hat. Stelle dich bitte den Lesern vor, und erzähle ihnen von deiner Arbeit.

Hi, Ich will meinen echten Namen nicht nennen. Ich nenne mich AIDS aka aids_brand. Ich habe vor 2 Jahren damit angefangen Klamotten zu „taggen“ mit den vier Buchstaben A, I, D und S. Ich tagge alles, was ich kriegen kann. Ich hab auch schon viel Luxus-Kleidung getagged. Der Reiz etwas teures zu nehmen und zu verändern war immer schon da. I love that shit.

Da wären wir auch gleich bei der ersten Frage: Warum hast du dich für den Namen „AIDS“ entschieden? Was möchtest du mit dem Namen einer heimtückischen Krankheit bewirken?

Damals war das eine Reaktion auf diesen ganzen Logo-Wahnsinn. Brands wie Gucci, welche früher nie ihr Logo auf ihre Kleidung druckten, haben das auf einmal gemacht. Viele bezeichnen diese Era der Mode als „Logomania“. Irgendwann hab ich realisiert, dass die wenigsten sich jemals mit der Thematik HIV auseinander gesetzt haben. Mittlerweile habe ich auch Freunde von denen ich weiß, dass sie HIV-positiv sind, welche mir zur Seite stehen und mich in die richtige Richtung geleiten. Das Stigma um AIDS und HIV ist immer noch riesig. Aber alles was man mit diesen vier Buchstaben bestückt wird, wird zu einer Kritik. That’s the art about it.

Sieben Prozent deiner Einnahmen gehen an die AIDS-Hilfe Österreich. Wie kam diese Partnerschaft zustande? Wunderten sie sich nicht das ein junger Kerl seiner Marke einen Namen gab, das für was negatives steht?

10% gehen an die Aidshilfe Österreich. Die erste Transaktion kommt die kommenden Tage. Naja, im Grunde sollte AIDS als neutral betrachtet werden. Es ist für mich nicht positiv und nicht negativ. Wie der Großteil das auffasst ist jedem selbst überlassen. Ich habe damals mit der AIDS-Hilfe Kontakt aufgenommen. Die meinten, dass man von diesem Begriff eigentlich Abstand halten will, da AIDS ja die ausgebrochene Krankheit ist. Man bezeichnet betroffene als HIV-Positive. AIDS ist aber ein Wort, dass sich tief in das kollektive Unterbewusstsein eingefressen hat. Dadurch kann man sehr viel mit diesem Begriff bewirken. This is art-politics.

Gab es jemals schlechtes Feedback bezüglich des namens „AIDS“? Falls ja, wie bist du damit umgegangen?

Es gab viele Leute, die das nicht gut geheißen haben. Niemand hat keine Meinung dazu. Die meisten finden es schrecklich und wollen damit nichts zutun haben. Da sieht man eh schon die Problematik. Man kann sich alles weg wünschen. Aber das Problem ist erst gelöst, wenn sich jeder darüber bewusst wird. Ich hab mal ein Alaba-Shirt von FC Bayern mit seinem Gesicht drauf genommen und meinen „tag“ darauf geklatscht. Ich erinnere mich, wie eine Frau meinte, dass das doch rassistisch sei. Das war ihre Annahme. Meiner Meinung nach entlarven Leute sich mit solchen Aussagen selbst.

In einem Gespräch zwischen uns beiden erwähntest du mal, dass du mit dem Namen deiner Brand wieder auf Logos aufmerksam machen möchtest. Große Logos auf Kleidungsstücken drücken eine gewisse Prestige aus, wenn es von Marken gebranded ist, die man bereits kennt. Wie stellst du die die Wirkung von plakativen Logos auf Kleidung aus? Was soll es in den Konsumenten auslösen?

Es soll ein Gefühl der Zugehörigkeit auslösen. Man verkauft einen Lifestyle. Demna Gvasalia hat das vor Jahren schon gesagt:"Mode hat die Religion abgelöst." Ich teile diese Meinung auf jeden Fall.

Jedes Kleidungsstück welches du kreierst, ist ein 1/1 handmade Piece. Hast du eine Modeschule besucht oder hast du dir das nähen von Kleidung selbst beigebracht?

Ich hab damals in der Not einen Putzfetzen genommen. Daraus Buchstaben ausgeschnitten und auf ein altes Hemd genäht. So hat alles angefangen. Eine Modeschule habe ich nie besucht. Meine Ur-Oma war Schneiderin. Ich verwende immer noch ihre alte Nähmaschine. Ich verwende ausschließlich Second Hand Klamotten für meine Kreationen. Also sehr ökologisch. Die letzten Projekte sind alle aus Leder von alten Ledercouchen entstanden, die ich auf Flohmarktapps gratis bekommen habe. Ich habe halt kein fettes Budget wie andere Mode-Designer.

Bei welchen deiner Designs hattest du am meisten Spaß es zusammenzunähen?

Die Frage ist eher welche Stücke keinen Spaß gemacht haben. Die Louis Vuitton Tasche, welche natürlich ein Original ist, hat nicht umbedingt viel Spaß gemacht. Sonst eigentlich fast alles.

Wie viele Pieces schaffst du’s an einem guten Tag zu nähen?

Mein Rekord waren sieben in einer Nacht. Normalerweise schaffe ich zwei an einem guten Tag.

Hast du ein Team hinter dir, das dich mit auf deinem Weg begleitet oder bist du eine Einmann Armee?

Der einzige Grund warum meine Werke alle einen roten Faden haben ist weil sie alle aus meiner Feder kommen.

Wie verbringst du deine Zeit in der Quarantäne? Vielen fällt die Decke auf dem Kopf. Wie schaut es bei dir aus?

Ich sehne mich schon nach sozialer Interaktion. Ich liebe es von Zuhause aus zu arbeiten aber der Ausgleich ist nicht gegeben. Das motiviert mich jedoch nur noch mehr meine abstrusen Kreationen zu verbreiten.

Was für Pläne hast du in der Zukunft vor mit AIDS Brand?

Der Sprung in die Kunstwelt ist der Plan. Big things coming.

Danke für deine Zeit! Hast du noch irgendwelche Schlussworte, die du der Jugend mitgeben möchtest?

Do what you say and say what you mean. Der kommt von Meyhem Lauren. Peace!

Danke für deine Zeit!

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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