Ein Blick hinter die Linse - Das Interview mit Kaj Lehner

Es ist so lustig wie das Leben manchmal in seinen vollen Zügen spielt. Kaj ebnete mir damals meinen Karriereweg, ohne dass ich die leiseste Ahnung davon hatte, und ich ihren. Sie wusste ebenfalls nicht, was sie erwarte.

Ein Blick hinter die Linse - Das Interview mit Kaj Lehner

Es ist so lustig wie das Leben manchmal in seinen vollen Zügen spielt. Kaj ebnete mir damals meinen Karriereweg, ohne dass ich die leiseste Ahnung davon hatte, und ich ihren. Sie wusste ebenfalls nicht, was sie erwarte.

Es ist so lustig wie das Leben manchmal in seinen vollen Zügen spielt. Kaj ebnete mir damals meinen Karriereweg, ohne dass ich die leiseste Ahnung davon hatte, und ich ihren. Sie wusste ebenfalls nicht, was sie erwarte. Wenn ich ihr damals nicht auf Instagram geschrieben hätte, um sie zu fragen, ob sie mal nicht Lust hätte, mit mir Fotos machen zu gehen, stünden wir heute nicht da, wo wir heute stehen würden. Die Outfit-Bilder, die sie auf ihrem Instagram-Kanal hoch lud, fand ich ziemlich beindruckend und sehr inspirierend. Jedoch kam mir nie die Idee in den Sinn, dass sie abfotografiert wurde, und es nicht gezwungener Maßen hieß, dass sie eine Kamera Zuhause haben müsse. Aber wie das Schicksal es so wollte (ich bin dem Schicksal sehr dankbar), hatte sie eine Kamera, die sie damals frisch zu ihrem Geburtstag bekam. Ein neuer Lebensabschnitt öffnete sich für uns beide.

Während unserer Kooperation, warf sie irgendwann einfach mal die Idee in den Raum, und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte einen Blog zu kuratieren, da viele Bilder von unseren Shootings übrig blieben, und ich sie hätte noch anderweitig nutzen können, abseits von Instagram. So traf ich die Entscheidung einen Blog zu starten, der heute als ein Onlinemagazin bekannt ist.
Kaj ist bald mit ihrem Fotografie-Studium fertig, und war bereits für ein Auslandssemester, in Kopenhagen, wo sie ihrer Fotografie noch ein Feinschliff verpasste und sich auf neue Eindrücke einließ.

Ein Blick hinter die Linse - Das Interview mit Kaj Lehner

Wie lange fotografierst du schon und wie kam es dazu?

Das erste Mal in Verbindung mit Fotografie kam ich vor etwa 8 oder 9 Jahren, als ich mit einem Mode Blog durchstarten wollte, haha. Ich habe mich damals per Selbstauslöser im Garten fotografiert und irgendwann schloss ich mich mit anderen Bloggermädels zusammen, und wir fotografierten uns gegenseitig. Moubi war dann tatsächlich die erste „fremde“ Person, die mich fragte, ob ich Bilder von ihm machen möchte. Das haben wir die ersten 2-3 Jahre auch sehr regelmäßig gemacht, wodurch er zum Bloggen kam und ich weg davon ging. Ich habe mich dann komplett auf die Fotografie fokussiert und war nur noch hinter der Kamera zu finden.

Was daran hat dich so begeistert die Fotografie zum Beruf zu machen?

Das war eher weniger eine konkrete Entscheidung, die ich getroffen habe, das war eher ein fließender Übergang vom Hobby zum Beruf. Als ich damals angefangen habe, zu fotografieren, habe ich in erster Linie einen Weg gefunden, meinem Interesse für Mode eine Art Ausdruck zu geben. Darüber hinaus bietet die Fotografie mir unglaublich viel Abwechslung. Man hat immer einen Grund auf neue Leute zu zugehen, um mit ihnen zusammen zu arbeiten - seien es Models, Stylist*innen oder Make Up - Artist*innen. Zudem ist die Fotografie ein Feld, in dem man nie auslernt und meine Neugierde nie nachlässt. Mit der Zeit kamen dann die ersten Jobs und kleine Aufträge, mit denen ich dann langsam aber sicher mein Geld verdienen konnte. So hat sich mein Hobby dann mit der Zeit zu meinem Beruf entwickelt.

Woher ziehst du deine Inspiration?

Ich ziehe meine Inspiration besonders gerne aus vergangenen Jahrzehnten. Die 80er und 90er sind da momentan definitiv meine Liebsten. Sei es aus Musikvideos, Büchern oder Filmen, in diesen Ären finde ich gerade hauptsächlich meine Ideen.

Was war deine erste Kamera?

Irgendeine kleine Digicam von Canon.

Was ist dir beim Fotografieren am wichtigsten? Also worauf legst du beim Endergebnis am meisten Wert?

Ich achte besonders auf ein harmonisches Zusammenspiel von Location, Styling und Model. Auch die Lichtsetzung spielt für mich eine wichtige Rolle, um dem Ganzen etwas Atmosphärisches hinzuzufügen. Mein Ziel ist es, glaube ich, immer eine gewisse Stimmung zu schaffen und zu vermitteln.

Willst du mit deinen Fotos etwas Bestimmtes beim Betrachter auslösen? Und wie bringst du das in deinen Bildern am besten zur Geltung?

Ich muss sagen, dass ich da nicht wirklich darüber nachdenke. Ich mache Bilder in erster Linie aus einem vermutlich sehr egoistischem Grund. Ich möchte meine Gefühle und Ideen im Kopf einfach in etwas Sichtbares umwandeln. Da denke ich nicht wirklich darüber nach, was beim Betrachter ankommen soll. Das heißt natürlich nicht, dass ich ihn nicht erreichen will. Aber da kreative Arbeiten etwas sehr persönliches und Subjektives sind, kann und will ich gar nicht beeinflussen, was jeder Einzelne in meinen Bildern sieht. Ich möchte dem Betrachter Interpretationsfreiraum lassen und keine Richtlinien geben oder mit Titeln/Beschreibungen in konkrete Richtungen lenken.

Hattest du bis jetzt mal Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit den Leuten vor der Kamera? Ich kann mir vorstellen, dass kommunikationstechnisch auch mal was schwer fallen kann.

Also richtig katastrophal war es bisher zum Glück noch nicht bei mir, mit Händen und Füßen kann man sich immer irgendwie verständigen und sprachliche Barrieren aus dem Weg räumen, haha. Die Kunst liegt vor allem darin, mit den Menschen vor der Kamera auf irgendeine Weise ein Vertrauen aufzubauen, dass sie sich wohl beim Shooting fühlen. Diese Aufwärmphase dauert manchmal länger und manchmal kürzer, aber bisher ist es eigentlich immer ganz gut ausgegangen.

Du hattest ja jetzt auch einige Projekte mit verschiedenen Magazinen und Marken. Wie klappt das mit der Zusammenarbeit? Kannst du deine Kunst frei ausleben oder wirst du da eher limitiert?

Bei den Projekten für Magazine konnte ich bisher immer sehr frei arbeiten und meine Ideen umsetzen. Bei Jobs für Kunden muss ich mich manchmal schon auf eine gewisse Weise anpassen, was ich aber auch nicht schlimm finde. Dort geht es in erster Linie um die Wünsche des Kunden und nicht um meine „Kunst“. Dafür habe ich dann meine freien Projekte, in denen ich mich austoben kann.

Vor einem Shooting – hast du da einen genauen Plan was du willst und wie das alles ablaufen soll? Bist du da schon zu 100% vorbereitet oder geschieht vieles auch einfach spontan?

Bei mir ist das ziemlich ausgewogen. Ich habe oft schon Bilder im Kopf, die ich unbedingt umsetzen möchte, genauso viel passiert aber auch spontan und aus der Situation heraus. Manchmal lassen sich meine Ideen auch nicht komplett umsetzen, dass man sowieso immer etwas Improvisieren muss. Grundsätzlich mag ich aber das Zusammenspiel von statischen/strengen Kompositionen und spontanen, leichten Bewegungen sehr.

Wie würdest du deine Kunst, deine Art Bilder zu schießen, beschreiben?

Schwierig das selbst zu beurteilen, aber Mode ist definitiv ein großer Teil meiner Fotografie, dennoch passt es für mich auch nicht 100 prozentig in die klassisch kommerzielle Schiene, auch wenn meine Fotografie hauptsächlich immer sehr inszeniert ist.

Deine Bilder geben einen sehr gechillten und ruhigen Vibe ab. Jedes Bild scheint jeweils einen kleinen Touch zu haben, etwas, das heraussticht, aber nicht zu sehr, sodass es noch mit den anderen Komponenten harmonieren kann. Das ist mir persönlich zumindest aufgefallen. Würdest du sagen, dass deine Art Bilder zu schießen auch mit deinem eigentlichen Charakter einhergeht? Also, dass deine Bilder ein Stück weit auch deine Persönlichkeit widerspiegeln?

Ja ich glaube schon, dass das Hand in Hand geht. Ich bin generell schon eine ruhige Person, obwohl ich nach außen hin oftmals nicht so aussehe. Ich bin quasi introvertiert extrovertiert, das könnte zu meinen Bildern glaub ich auch ganz gut passen.

Was sind deine Pläne für die nächsten Jahre? Was willst du erreichen?

In etwa einem Jahr möchte ich mit meinem Studium fertig sein und dann anschließend ins Ausland gehen, um anderen internationalen Fotografen zu assistieren und noch viel mehr dazu zu lernen. Den Rest lasse ich auf mich zu kommen.

Was kannst du angehenden Künstlern und vor allem Fotografen noch mit auf den Weg geben?

Fotografie ist ein Handwerk und hat für mich hauptsächlich mit Praxis zu tun. Man kann alles über die Theorie/Technik wissen, aber wenn man nicht weiß, wie man es für seine Zwecke „richtig“ anwenden kann, bringt es einen nicht weiter. Die Technik sollte nur Beiwerk sein, denn letzten Endes entstehen die besten Fotografien aus einem Gefühl und Gespür heraus, der Drang Momente einzufangen und festhalten zu wollen. Deshalb finde ich es unglaublich wichtig, selbst viel zu fotografieren, egal was, egal wo und egal ob mit dem Handy oder einer Spiegelreflexkamera. Es geht darum eigene Erfahrungen zu sammeln und sein Auge zu schulen und zu trainieren, um seinen „Stil“ und „Stimme“ in der Fotografie zu finden.

Autor: Moubsen & Angelina Tobin / Fotos: Kaj Lehner

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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