Einer der spannendsten Newcomer des Jahrzehnts - Das Interview mit Badchieff

Deutschland besteht nicht nur aus Shisha- und Proll-Rap. Wir bewegen uns in einer Ära, wo sich der Sound, den wir kennen, komplett geändert hat. Einer dieser Avantgardisten, der die „New Wave“ mitreitet, ist Badchieff.

Einer der spannendsten Newcomer des Jahrzehnts - Das Interview mit Badchieff

Deutschland besteht nicht nur aus Shisha- und Proll-Rap. Wir bewegen uns in einer Ära, wo sich der Sound, den wir kennen, komplett geändert hat. Einer dieser Avantgardisten, der die „New Wave“ mitreitet, ist Badchieff.

Deutschland besteht nicht nur aus Shisha- und Proll-Rap. Wir bewegen uns in einer Ära, wo sich der Sound, den wir kennen, komplett geändert hat. Einer dieser Avantgardisten, der die „New Wave“ mitreitet, ist Badchieff. Er hat sich dazu entschlossen bei einem exklusiven Interview dabei zu sein. Shivan aka Badchieff kenne ich persönlich seit längerem, da er in den bekanntesten Clubs Münchens bereits in jungem Alter auflegte. So ist die Verbindung entstanden, da man in München an einer Hand abzählen konnte, wer etwas Kreatives umsetzt.

Aber wer ist Badchieff? Wer ist dieses Genie, das Cro signte? In dem Gespräch zwischen uns beiden versuchen wir Badchieffs Charakterzüge herauszukristallisieren und ihn fernab von Instagram zu zeigen. Wir wollen noch ein ein paar Schichten tiefer graben.

Einer der spannendsten Newcomer des Jahrzehnts - Das Interview mit Badchieff

Badchieff, wie geht’s dir? Den meisten Leuten ist bewusst, was du tust. Aber stelle dich doch bitte den Lesern vor, und erzähl ihnen, was du machst.

Erstmal will ich sagen: Es ist mir eine Ehre, dass du mich gefragt hast ein Interview mit dir zu machen. Ich kenne den Hustle und die Dedication, die hinter deiner Arbeit steckt. Ich habe höchsten Respekt vor dir, mein Bruder. Mein Name ist Shivan oder auch Badchieff. Ich komme aus Gröbenzell und bin hier geboren und aufgewachsen. Ich bin Künstler, DJ, Produzent, Rapper und im Design tätig. Es sind viele Dinge auf einmal. Zusammenfassend würde ich einfach sagen, dass ich Artist bin. Damit hat man die Freiheit zu machen, was man will, ohne in eine Box gesteckt zu werden.

Wie hat es bei dir mit der Musik angefangen? Ich weiß nur, dass du in renommierten Münchnern Clubs aufgelegt hast. Dadurch bist du in die Musikbranche gerutscht und hast Cro kennengelernt. Wie entstand alles ursprünglich?

Ich hab früh produziert, dann schnell angefangen aufzulegen und dann kam durch Chelo der Kontakt, um auf Tour zu gehen mit Cro als Tour-DJ. Das war grob erklärt der Weg, den ich gegangen bin. Musik mache ich bereits sehr lange. Ich denke letztlich hat mich das selbstbewusster gemacht, dass ich angefangen habe, die Musik zu releasen. Heute mach ich nicht viel anders als damals. Jeden Tag Studio-Sessions und Dinge kreieren.

Wie ist die Beziehung zwischen dir und Cro? Wie steht ihr zueinander? Seid ihr befreundet oder steht das Musik-Business an erster Stelle?

Bei uns basiert alles auf Freundschaft. Der Business-Part war nie ein Ding bei uns. Da gab es andere Ansprechpartner im Team.

Wir haben viel zusammenerlebt in den letzten Jahren. Er ist definitiv Teil meiner Familie. Er war auch schon ab und zu bei meinen Eltern zum Essen, hier im Studio etc. Cro ist ein sehr guter Mensch und ein künstlerisches Genie.

Deine Familie - der Darouiche-Clan, unter dessen Fittichen du groß geworden bist, ist für seine vielseitige Kreativität bekannt. Wie sehr hat dich dein kreatives Umfeld geprägt?

Zu hundert Prozent hatte ich Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der Kreativität und Selbstverwirklichung an erster Stelle stehen. Abseits vom Geldverdienen das zu tun, was einen glücklich macht, ist das oberste Ziel. Das was mich ebenfalls supportet, ist das zu tun, was ich liebe.

Letztes Jahr hast du deine erste EP „1999“ veröffentlicht. Wie war es an der ersten EP zu arbeiten? Was ging dir durch den Kopf, als du an dem Projekt gearbeitet hast?

Es hat sich viel getan im letzten Jahr. Ich glaube meine aktuelle EP, hat noch einen weiteren roten Faden. Alles passt irgendwie noch besser zusammen. Thematisch und auch vom Sound-Bild.  Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich bin stolz, auf das, was es ist.

Deine erste offizielle Single die veröffentlicht hast heißt „Fast Forward“. Hast du bereits davor Tracks released?

Davor hab ich keine Songs released. Ich hatte nie das Gefühl, ich will unbedingt meine Musik mit den Menschen teilen. Erst recht ging es mir nicht darum Geld damit zu verdienen. Jedoch hat es sich mit diesem Song gut angefühlt. Der Moment war damit beschlossen, mit der Musik an die Öffentlichkeit zu gehen, jedoch ohne jeglichen Erwartungen.

Du bringst München auf die Karte. Es gibt keinen Künstler aus München, der es soweit gebracht hat wie du. Wie sehr stehst du zu deiner Heimatstadt?

Ich denke es gibt sehr viele gute Künstler aus München, und die Stadt hat sehr viel Potential. Ich glaube, dass München mich auf meinem Weg sehr geprägt hat. Vor allem DJ-technisch. Für all das bin ich sehr dankbar. Meiner Kindheit und in die letzten Jahre habe ich primär in meinem Heimatort Gröbenzell verbracht, was nicht direkt zu München gehört. Dennoch haben beide Orte einen Platz in meinem Herzen. Ich freu mich immer mehr Leute von hier wachsen zu sehen.

Zwischenzeitlich hast du in Berlin gelebt. Wie war die Zeit für dich in der Hauptstadt?

Ich hab nie wirklich dort gelebt. Nur sehr viel Zeit dort verbracht. Ich genieße es jedes Mal dort zu sein, weil Berlin meistens Arbeit und Fortschritt bedeutet. Dort passiert viel. Viele Studio Sessions, viele Drehtag etc. Der Mix aus beidem ist das, was es ausmacht.

Deutschrap wird von Shishabar-Rappern dominiert. Du bringst neue Energie mit deinem Sound rein. Dazu muss man auch sagen, dass man es als People of Color nicht leicht in der Deutschrap-Szene hat. Glaubst du, dass es für dich in ferner Zukunft negative Auswirkungen haben könnte?

Ich denke, ich gebe generell mein Bestes. Ich bin mir bewusst darüber, dass ich nicht unbedingt den Mainstream bediene. Sowohl musikalisch als auch optisch. Dennoch bin ich der Meinung, was Qualität, Herz und Persönlichkeit entspricht, wird es mit Kontinuität funktionieren können. Ich werde weitermachen und den Menschen, die zweifeln, zeigen, dass es Sinn macht seinen Weg zu gehen und sich selber treu zu bleiben.

Du wurdest letztes Jahr von der PULS bei dem New Music Award 2020 nominiert, als Newcomer des Jahres. Wie fühlt es sich an solche Erfolge zu genießen? Hättest du jemals gedacht, dass du es in kurzer Zeit soweit bringen würdest?

Es ist mir eine Ehre nominiert gewesen zu sein, und zu sehen, dass Menschen, meine Musik mögen und mich unterstützen. Es sind viele Dinge passiert in den letzten Monaten und Jahren, die sehr unglaublich schienen. Jeden Erfolg zu genießen fühlt sich an, wie den ersten Erfolg zu genießen. Dennoch ist das nicht meine Motivation.

Du bist ständig produktiv. Gibt es auch Tage an denen du unmotiviert bist Musik zu machen? Falls ja - wie motivierst du dich?

Prinzipiell denk ich, ich tue was ich liebe, deshalb muss ich mich gar nicht groß motivieren. Es kommt von ganz allein jeden Morgen, der Anspruch, die beste Version von mir selbst zu sein und coolen Shit zu machen. Wenn das an einem Morgen mal nicht der Fall ist, dann gehört genau das auch dazu.  Dann kann ich auch nicht viel machen. Ich denke es gibt immer mal wieder solche Tage oder Phasen, aber man würde es in meiner Musik hören, denke ich. Auf Krampf macht es nicht wirklich Sinn.

Möchtest du der Jugend noch irgendwelche letzten Schlussworte mit auf ihrem Weg geben?

Ihr seid dope. Dich gibts nur einmal von mehr als 7 Milliarden. Also zeig der Welt, was dich ausmacht, und tue das, was du liebst. Auch wenn das bedeutet, dass man dafür erstmal Dinge tun muss oder durch Kleinigkeiten durch muss, die nicht so Spaß machen. Es wird sich aber lohnen, für das bigger Picture.

Autor: Moubarak Assima

Moubarak Assima

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