Fass meine Krauselocken nicht an! - Die Herkunft afrikanischer Frisuren

Die meisten werden mir bei der Aussage zustimmen, um sich gut zu fühlen und gepflegt zu sein ist es essentiell einen sauberen Haarschnitt zu besitzen. Heutzutage ist ein fresher Haircut mit den Seiten bis aufs kahlste rasiert und einem schönen Übergang ein Ausdruck seiner Persönlichkeit.

Fass meine Krauselocken nicht an! - Die Herkunft afrikanischer Frisuren

Die meisten werden mir bei der Aussage zustimmen, um sich gut zu fühlen und gepflegt zu sein ist es essentiell einen sauberen Haarschnitt zu besitzen. Heutzutage ist ein fresher Haircut mit den Seiten bis aufs kahlste rasiert und einem schönen Übergang ein Ausdruck seiner Persönlichkeit.

Die meisten werden mir bei der Aussage zustimmen, um sich gut zu fühlen und gepflegt zu sein ist es essentiell einen sauberen Haarschnitt zu besitzen. Heutzutage ist ein fresher Haircut mit den Seiten bis aufs kahlste rasiert und einem schönen Übergang ein Ausdruck seiner Persönlichkeit. Manchmal bekomme ich sogar das Gefühl, dass ein toller Haarschnitt teilweise mehr wertgeschätzt wird, als die Person an sich. In diesem Beitrag werden wir uns mit einem bestimmten Haartypen befassen. Und zwar den gekräuselten Afro-Haaren.
Woher kam ursprünglich die Haarstruktur? Was ist die Geschichte, die das Vermächtnis der kulturellen afrikanischen Haare widerspiegelt? Und zu guter letzt: Wie hat Allen Iverson mit seinen Cornrows Anfang der 2000er Jahre einen Boykott in die Wege leiten können?

Die Afro Haarstruktur (auch Krauselocken genannt) waren für die Homosapiens ein „Schutzschild“ für den Schädel vor UV-Strahlungen. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass die Homosapiens in afrikanischen Regionen sehr hohe Temperaturen ausgesetzt waren. Historiker und Archäologen fanden die ältesten Fossilien in Afrika. Unter anderem in Tschad, Kenia, Äthiopien und Tansania.


Bevor die Europäer nach Afrika kamen, und die Sklaverei in vollem Ausmaß begann, waren Haarfrisuren in den meisten afrikanischen Königreichen sehr bedeutend. In die unterschiedlichsten Frisuren wurden sehr viel Zeit und Mühe investiert. Die Haarschnitte hatten nicht nur eine ästhetische Funktion, sondern verrieten ebenfalls den sozialen Status oder den Beruf einer Person. Teilweise konnte die Haarpracht in afrikanischen Zivilisationen zeigen, ob eine Frau ledig oder verheiratet war. Für bestimmte Zeremonien wurden auch sehr anspruchsvolle Haartrachten getragen. Sei es Dreadlocks, Cornrows oder feiner Schmuck der in den Haaren miteingearbeitet wurde.

Doch mit dem Beginn der Sklaverei änderte sich der Ruf des Afros. Für Sklavenbesitzer galten afrikanische Frisuren als zu dreckig und unhygienisch. Die Haare der Afrikaner wurden meistens abrasiert, um ein Teil ihrer Identität zu löschen. Auch aus dem einfachen Grund, dass sich die jeweiligen Völker untereinander nicht erkennen konnten (die Untertanen hätten anhand der Haare erkennen können, ob es sich um eine Königin oder einen Prinzen handelt. Demzufolge hätten die Adligen ihre Autorität nutzen können, um einen Aufstand anzuzetteln).

Die Verteuflung der Afro Haare ging so weit, dass in 1785 in Louisiana ein Neues Gesetz in Kraft trat. Das Tignon-Gesetz. Diese Regeln besagte, dass die schwarzen Frauen ihr Haar mit einem Tignon, Kopftuch oder Schal bedecken mussten. Der schlechte Ruf der Krauselocken ging auch nach der Sklaverei weiter und wurde oft als „unprofessionell“ abgestempelt. In den 50er Jahren ließen sich viele schwarze Stars dazu hinreißen ihre Haare zu glätten. Ganz oben mit dabei auf der Liste sind Stars wie James Brown, Aretha Franklin, Diana Ross, Tina Turner und etliche andere schwarze Berühmtheiten, um sich teilweise dem westlichen Schönheitsideal anzupassen. Das natürlich gelockte Haar chemisch zu glätten ist durch das Mittel Relaxer möglich, das von Garett Morgan (Sohn eines ehemaligen Sklaven) erfunden wurde.

Allen Iverson und die Cornrows

Anfang des 21.Jahrhundert revolutionierte ein junger Mann nicht nur die NBA mit seinen coolen Moves und seinem Talent, sondern auch mit seinen Cornrows. Die Person um die es sich hierbei handelt ist Allen Iverson. Viele Jugendliche nahmen sich Iverson zum Vorbild. Das glätten der Krauselocken war nun Schnee von gestern. Zu dem Zeitpunkt wollte jeder Cornrows tragen. Das Cornrows Tragen war gleichzeitig auch ein politisches Statement gegen das eingefleischte westliche Schönheitsideal.

Aber woher kommen Cornrows? Welchen Nutzen hatte die geflochtene Haarpracht? Der Name wird von Maisfeldern abgeleitet. Wenn man auf Details achtet wird einem schnell bewusst, dass Cornrows wie Maisfelder aussehen. Der Kemet Stamm (heute Ägypten) war ein afrikanisches Stammvolk welches hauptsächlich Cornrows trug, bis es sich innerhalb diverser afrikanischen Königreiche ausbreitete.


Cornrows waren damals ein Symbol für reiche Landwirtschaft, spirituelle Lebensweise und saubere Ordnung. Während der Sklaverei dienten Cornrows auch als ein Kommunikationsmittel für die Sklaven untereinander, um ihre Fluchten zu schmieden. Die geflochtenen Haare die Maisfeldern ähneln, ist nicht die einzige geflochtene Haarform der afrikanischen Völker. Jedoch gewannen sie ihre wirkliche Popularität von der Reggae Legende Bob Marley. In den 50er Jahren entschieden sich viele Rastafaris in Jamaika Dreadlocks zu tragen. Einigen Schülern mit Dreadlocks wurde aufgrund dessen der Zutritt zum Unterricht verweigert. Bis heute ist es noch in einigen Privatschulen der Fall.


Die Dreadlocks

Dreadlocks symbolisierten Stärke und Unabhängigkeit bei Männern. Auf der anderen Seite war es für die Frauen ein Ausdruck weiblicher Sexualität. Bis heute wird das Tragen von Dreadlocks lediglich mit dem Konsum von Cannabis assoziiert. Dabei blieb es nicht nur bei Vorurteilen. In Jamaika und in anderen Ländern wurden Rastafaris Opfer von brutalen Polizeiangriffen. Sie wurden auch dadurch gedemütigt, dass ihnen ihre Dreadlocks abgeschnitten wurden. Die Angriffe durch die Polizei waren jedoch das geringste übel. 1985 hat ein Polizei Hubschrauber eine Bombe auf das MOVE-Movement (schwarze Befreiungsgruppe in Philadelphia) Komplex geworfen, daraufhin starben 11 Mitglieder und etliche Häuser der Nachbarschaften wurden zerstört. Erst im Jahr 1996 erhielten die Überlenden eine Summe von 1,5 Millionen Dollar von der Stadt als Entschädigung. Hierbei ist es wichtig zu erwähnen, dass es auch junge schwarze Menschen traf, die ihre Dreadlocks mit Stolz trugen. Im Buch Rastafari: von Babylon nach Afrika von Volker Barsch wird nochmal ausführlicher über die Geschichte der Rastafaris gesprochen.


Der Afro

Man könnte sagen, dass jegliche Afro-Frisur in den Dreck gezogen wurde. Der Afro hatte ebenfalls keinen guten Ruf. Vor nicht allzu langer Zeit gab es Institutionen in Südafrika die bis 2016 den Afro verbannten. Die Haare mussten entweder mit einem Kopftuch bedeckt werden oder im schlimmsten Fall geglättet. Die 13-Jährige Zuleikha war auf der Pretoria High-School, die diese Untersagung einführte. Zuleikha versuchte diese Prohibition zu boykottieren. Jedoch endete es damit, dass sie der Schule verwiesen wurde. Sie ließ sich von der Niederlage nicht einschüchtern. Im Alter von 13 Jahren hatte sie tatsächlich den Mut und organisierte eine Demonstration und lehnte sich gegen diese Boshaftigkeit aus, die ihr zugemutet wurde. Der Protest erlangte schnell an Aufmerksamkeit. Aus einem recht kleinen Protest wurden viele Proteste die in ganz Südafrika stattfanden. Zuleikha bekam weltweiten Zuspruch. Viele schwarze Frauen posteten ihre Afros in den sozialen Medien mit dem Hashtag #Zuleikha.
Nach ein paar Tagen wurde ihre Suspendierung aufgehoben und die diskriminierende Haarpolitik wurde außer Kraft gesetzt.

Auch wenn bis heute immer wieder unterschiedliche Männer und Frauen ihre gekrausten Haare an die Wand Nageln, sollten sie dazu stehen. Es ist ein Teil ihrer Identität. Und diesen kann man nicht so einfach löschen. Wenn Leitbilder es wie Beyoncé und Jerome Boateng nachmachen und ihre Haare relaxen und einen Teil ihrer selbst ausradieren, kommt in einem das Gefühl auf, dass man es auch tun muss. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass das Afro-Haar eine Geschichte repräsentiert in der viel Leid und Schmerz steckt. Aber auch trotz des Leids eine gewisse Schönheit darin schlummert, die wir mit erhobenem Hauptes weitererzählen müssen.

Autor: Nkrumah Mbouguen

Moubarak Assima

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