Hier spricht die deutsche Modeszene - Das Interview mit Podcasthost Marvin Liss von Wandschrankvibes

Zwischen Youtube und Instagram gibt es mittlerweile viele Content Creator, die sich mit dem Thema Mode befassen.

Hier spricht die deutsche Modeszene - Das Interview mit Podcasthost Marvin Liss von Wandschrankvibes

Zwischen Youtube und Instagram gibt es mittlerweile viele Content Creator, die sich mit dem Thema Mode befassen.

Zwischen Youtube und Instagram gibt es mittlerweile viele Content Creator, die sich mit dem Thema Mode befassen. Eher unerforschtes Terrain in diesem Kosmos ist das Medium Podcast. Vor gut einem Jahr hat sich Marvin dessen angenommen und mit „Wandschrankvibes“ Spotify und co. unsicher gemacht. In diesem Video spricht er über seine Motivation, seinen persönlichen Style und was die Zukunft offen hält.

Hier spricht die deutsche Modeszene - Das Interview mit Podcasthost Marvin Liss von Wandschrankvibes

Erzähl zu Beginn gerne erst einmal, die Geschichte hinter Wandschrankvibes. Wie hat das ganze angefangen? (Warum gerade ein Podcast?)

Ich bin ein Mensch, der gerne viel und ausführlich redet. Gerade in privaten Gesprächen, zum Beispiel über Mode, habe ich gemerkt, dass andere Leute, die auch am Thema interessiert sind, daraus viel mitnehmen könnten. Dies in Form eines Podcasts zu tun, erleichtert es vor allem den Leuten, die viel beschäftigt oder oft on the go sind, auch zwischendurch alles wichtige rund ums Thema Mode leicht bekömmlich verfolgen zu können.

Wen würdest du gerne mal zu Gast haben?

Puh, schwierige Frage. Ein Traum wäre mit großen Künstlern zu sprechen. Auch außerhalb der Mode. Takashi Murakami finde ich interessant, auch als Typ. Bobby Hundred von TheHundreds hat auch eine interessante Story. Im Bereich Rapper finde ich Cro sehr beeindruckend, weil er seinen eigenen Style hat und überhaupt nicht auf den Hype schaut. Bei Yung Hurn oder Yung Kafa und Kücük Efendi geht es mir ähnlich. Ansonsten wären Kanye West und Nigo sehr interessant. Alle diese Leute haben ein komplett anderes Mindset und eine komplett andere Sicht auf die Dinge.

Was stört dich an der deutschen Modeszene am meisten?

Wie mit Trends umgegangen wird. Einerseits stört mich die Überproduktion und Übersättigung des Marktes. Zum Beispiel, dass es sehr wenige Sneakermodelle gibt, denen dann jede Woche ein neuer Colorway verpasst wird. Das wird sehr schnell langweilig. Außerdem werden Trends meist komplett übernommen, quasi kopiert. Mir ist es viel lieber, den Trends seine eigene Note zu geben, damit nicht jeder gleich aussieht. Zusammengefasst: zu viel Fokus auf Trends und Mangel an Individualität.

Was ist dein Lieblingsstück deines Kleiderschranks und warum?

Das variiert bei mir immer sehr stark. Momentan ist es wohl meine plissierte Hose im Issey Miyake Style, die mir sehr gut gefällt. Außerdem trage ich gerne meine Yves Saint Laurent Hose, der moderne Straight Leg Fit gefällt mir an dieser sehr.

Hast du eine/n Lieblingsdesigner/in/eine Lieblingsbrand?

Einen Lieblingsdesigner habe ich nicht direkt, vielleicht Nigo, der Erfinder von A Bathing Ape. Issey Miyake, ist wie eben schon gesagt, eine meiner Lieblingsbrands. Die Pret-a-Porter Linien von Yves Saint Laurent finde ich auch nice. Ich mag außergewöhnlich, aber nicht auffällig. Außerhalb der High Fashion momentan auch Stüssy. Das ändert sich aber auch ständig. Wie die Modeszene im Allgemeinen ist mein Kleiderschrank sehr vielfältig.

Nigo und Issey Miyake kommen beide aus Japan. Über die asiatische, besonders japanische, Mode wird im Podcast öfter gesprochen. Hast du einen kulturellen Bezug dazu, oder woher kommt die Vorliebe?

Den kulturellen Hintergrund kenne ich noch aus der Kindheit. Ich habe viele Anime geguckt und schnell gemerkt, dass die Japaner in ihrer Kunst und Kultur sehr verrückt sind. Alles ist sehr laut, bunt und detailreich. Überall wird mit Reizüberflutung gearbeitet. Wer einmal in den leuchtenden Straßen Tokios unterwegs war, weiß wovon ich spreche. Das Außergewöhnliche und der Detailreichtum haben mich total abgeholt.

Was treibt dich an, dich mit Mode zu beschäftigen und besonders, darüber auf größerer Bühne reden zu wollen?

Ich bin ein sehr neugieriger Mensch. Ich habe mich zwar schon immer gut angezogen, aber irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich mehr wissen wollte. Nach langer Recherche ist mir klar geworden, dass nicht nur ich mich so stark dafür interessiere, sondern viele andere Menschen auch. Durch den Podcast will ich das mit diesen teilen und mich mit ihnen austauschen.

Wandschrankvibes thematisiert sowohl Streetwear, als auch High Fashion. Im Lauf der letzten Jahre sind diese Bereiche stark verschmolzen. Die großen Modehäuser haben das Potenzial im Markt erkannt, die Produkte angepasst und durch gezielten Einsatz von bekannten Rappern sowie Influencern besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Popularität gewonnen. Betrachtest du diese Entwicklung als Gewinn für beide Seiten? Und vor allem: wird diese Blase in absehbarer Zukunft platzen?

Das Crossover zwischen High Fashion und Streetwear ist momentan sehr groß. Ich persönlich halte noch nichts davon, weil ich da grundsätzlich etwas konservativer eingestellt bin. Dennoch glaube ich, dass das ganze noch wachsen und High Fashion auch immer ein Bestandteil von Streetwear bleiben wird. Was sich mit der Zeit ändern wird, sind die Marken, die gerade angesagt sind. Der Hype um Dior, die mit der Air Jordan Collab noch weiter in die Street Fashion eingedrungen sind, wird in den nächsten Jahren auch wieder abflachen.

Du thematisierst sowohl im Podcast als auch bei Instagram nicht selten das Thema Vintage. Der Common Sense bei diesem Thema ist, dass sich Vintage Mode besonders wegen der Nachhaltigkeit, wie des Preis-Leistungs-Verhältnisses lohnt. Was macht Vintage abseits davon für dich zu einem derart signifikanten Teil deiner Modewelt?

Einerseits überzeugt mich die Qualität. Pieces, die 30 Jahre gehalten haben, werden auch noch die nächsten 20 Jahre gut aussehen. Damals waren auch noch die Produktionen anders, viel lokaler. Made in USA Fliegerjacken sind super hochwertig und besonders zu dem Preis heutzutage nicht zu bekommen. Andererseits erlaubt uns Vintage-Kleidung einen Einblick in vergangene Zeiten. Den Style der 80er findet man nirgendwo so authentisch wie bei Pieces aus den 80ern. Diese Teile kommen aus einer anderen Zeit und diese Zeit kommt auch nicht mehr wieder.

Inwiefern hat Mode 2020 für dich besser gemacht? Sei es ein Trend, eine Fashion Show, Entwicklungen in der Modewelt oder sogar eine persönliche Erinnerung in dem Zusammenhang?

Ich habe 2020 viel Zeit gefunden, im Internet zu recherchieren und einiges zu lernen. Sich intensiv mit Modegeschichte auseinandersetzen zu können hat das Jahr für mich sehr bereichert.

Stehen ansonsten andere Projekte in näherer Zukunft für dich an?

Da ich hoffentlich bald mein Studium abschließen werde, habe ich mehr Zeit, mich auf Wandschrankvibes zu konzentrieren. Ich möchte meine Folgen öfter und regelmäßiger bringen. Außerdem möchte ich den Podcast als Videoformat auf Youtube umsetzen, um dem Podcast mehr Gesicht zu verleihen.

Inwiefern möchtest du die deutsche Modeszene mit dem Podcast bereichern? Warum sollte man Wandschrankvibes hören?

Mode ist sehr facettenreich. Ich versuche durch meine Gäste viele unterschiedliche Sichtweisen auf die Dinge zu bieten. Kommunikation und Austausch sind sehr wichtig. Wandschrankvibes befasst sich mit Geschichten, aktuellen Themen und ist ein Podcast, der vielen Menschen etwas beibringen kann. Wenn jemand Wandschrankvibes nicht kennt und die 1. bis zur 23. Folge durchhört, wird die Person sehr viel neues lernen, vor allem das, worauf es ankommt. Bei uns treffen viele verschiedene Sichtweisen aufeinander, mit denen sich die Auseinandersetzung lohnt.

Autor: Frederic Schnarr

Moubarak Assima

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