„Hört zu. Glaubt uns. Steht für uns auf, wenn wir nicht im Raum sind!“ - Leepa im Interview über Catcalling, Mental Health und ihren Sound

Im Kosmos der Popmusik geht es den meisten Künstler*innen eher um den schnellen Hit, als um die tiefere Message in den Texten. Dieser jungen Dame aber ganz und gar nicht

„Hört zu. Glaubt uns. Steht für uns auf, wenn wir nicht im Raum sind!“ - Leepa im Interview über Catcalling, Mental Health und ihren Sound

Im Kosmos der Popmusik geht es den meisten Künstler*innen eher um den schnellen Hit, als um die tiefere Message in den Texten. Dieser jungen Dame aber ganz und gar nicht

Im Kosmos der Popmusik geht es den meisten Künstler*innen eher um den schnellen Hit, als um die tiefere Message in den Texten. Dieser jungen Dame aber ganz und gar nicht. Die 21-jährige Leepa ist so ziemlich die vielversprechendste Pop-Künstlerin die Deutschland gerade zu bieten hat. Neben einem enorm guten Verständnis für Style und Ästhetik, nutzt Leepa die Musik zum Zweck des Ausdrucks. Mit „Switch Places“ sucht die Künstlerin den Dialog mit denjenigen, die die Thematik des Sexismus und der Ungleichberechtigung, mit der Frauen allgegenwärtig zu kämpfen haben, im Jahre 2021 immer noch nicht verstanden haben. Daraus resultierte ein Gespräch das die Newcomerin und Ich auffassten, das die Folgen des Patriarchats und dessen Erschwernisse bezüglich Mental Health umfasst, und wie sich daraus  ihr persönlicher Sound formte.

„Hört zu. Glaubt uns. Steht für uns auf, wenn wir nicht im Raum sind!“ - Leepa im Interview über Catcalling, Mental Health und ihren Sound

Hi Leepa! Zum Start wollte ich erst mal wissen, wie es dir zurzeit geht?

Hi, zugegebenermaßen ging’s mir in den letzten Wochen nicht ganz so gut – unter anderem, weil ich wahnsinnige Angst hatte, dem Thema, um das es in meinem neuen Song geht, nicht gewachsen zu sein und es nicht richtig kommunizieren zu können.

Auf deiner neuen Single „Switch Places“ thematisierst du mit welchen Problemen Frauen in ihrem Alltag konfrontiert werden. Inwiefern erlebst du diese Situationen immer wieder persönlich?

Egal ob im Internet oder im Supermarkt, es vergeht eigentlich kein Tag an dem man nicht auf irgendeine Art und Weise damit konfrontiert wird oder eine gewisse Angst verspürt.

Dank der Pandemie geht man zwar weniger raus und wenn dann mit Maske und meistens in Jogginghose, aber auch das schützt einen leider nicht vor Catcalls und unerwünschtem Interaktionen. Auch die Angst, bei Nacht allein draußen zu sein bleibt. Es ist leider omnipräsent. Selbst, wenn man es gerade nicht selbst erfährt, liest man immer wieder über irgendeine Untat in den Medien, oder hört die nächste von ihrem Erlebnis erzählen.

„You don ́t understand me either, Say I ́m actin ́ manic and I ́m so dramatic” – Vielen männlichen Mitbürgern ist es immer noch nicht klar, wie sich tagtäglich derartige Situationen für Frauen anfühlen. Was möchtest du deinen männlichen Hörern mit auf den Weg geben?

Hört zu. Glaubt uns. Steht für uns auf, wenn wir nicht im Raum sind. Wir brauchen eure Hilfe, um wirklich was zu verändern. Wir wollen einfach nur sicher und selbstbestimmt leben, genau wie ihr.

In dem Statement, dass du zu Switch Places veröffentlicht hast, erzählst du, dass du die Stimme für alle Frauen bist, die solche Ereignisse erleben mussten. Was möchtest du mit deiner Musik erreichen und wie ist sie für dich ein Sprachrohr fernab deiner eigenen Probleme?

Ich habe eine Stimme, die aus irgendeinem Grund zumindest auf ein bisschen Gehör trifft und diese möchte ich auf der einen Seite nutzen, um einen Dialog anzustoßen, der schon lange überfällig ist. Ich möchte an die unbetroffene Partei appellieren, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und aktiv an sich und ihrem Umfeld zu arbeiten. Es hat schon zu viel Trauma verursacht und so viele Opfer eingefordert. Auf der anderen Seite möchte ich den betroffenen klarmachen, dass sie nicht alleine sind, und dass sie gesehen und auch gehört werden, was ich grundsätzlich schon immer mit meiner Musik besagen wollte.

Wie sahen jetzt kurzzeitig nach dem Release die ersten Reaktionen deiner Fans auf den Song aus?

Sehr positiv, von beiden Parteien. Ich hatte sehr große Angst, den Reaktionen nicht gewachsen zu sein und auch, dass der Song eventuell falsch aufgefasst werden könnte. Dem ist tatsächlich überhaupt nicht so und ich habe von vielen wunderbaren, starken Frauen wahnsinniges Feedback bekommen – Frauen wie Jennifer Weist, Rola oder Salwa Benz – aber auch von Männern, die bewegt waren und meine Botschaft nicht nur gehört, sondern auch verstanden haben.

Du sprichst sehr offen über Mental Health und hast auch in einem kurzen Video erzählt, dass du selbst in Therapie warst. Wie nimmst du die Entwicklung der Öffentlichkeit wahr, wenn es um das Thema mentale Gesundheit geht?

Ich bin sogar weiterhin in Therapie und das werde ich auch bleiben, denn es ist mir persönlich extrem wichtig weiterhin an mir zu arbeiten, um allen Challenges die mir noch begegnen gewachsen zu sein.

Zum einen bin ich froh, dass der Dialog über Mental Health so groß geworden ist und sich eine gewisse Akzeptanz breit macht, andererseits sehe ich viel selbst Diagnostik wovon ich kein großer Fan bin.

Deine Musik erscheint vom Klangbild sehr fröhlich und leicht. Deine Texte sind jedoch sehr wahrheitsbehaftet und behandeln tiefere Themen. Inwiefern ist dir der Kontrast dieser beiden Sachen wichtig in deiner Musik?

Ich glaube genau dieser Kontrast ist der Kern meiner Kunst und dass, was sie letzten Endes ausmacht. Meine Texte helfen mir schwierige Erlebnisse und Gefühle zu reflektieren, wodurch ich sie letzten Endes besser verarbeiten kann, dennoch bin ich grundsätzlich ein sehr hoffnungsvoller und optimistischer Mensch. Ich versuche diese Hoffnung durch den musikalischen Aspekt, der sehr starken Einfluss auf das Gemüt hat, einfließen zu lassen.

Auf deinem Spotify Pressetext steht, dass du sehr von Hip-Hop geprägt wurdest. Wer waren deine musikalischen Vorbilder zur Jugendzeit?

Drake, Tupac, Kanye West, J. Cole, Mac Miller, Fugees

Welchen Einfluss hatte Hip-Hop nicht nur auf deine musikalische Entwicklung, sondern auch auf dein Wesen und deine Haltung?

Ich wurde als Kind immer als ‚anders‘, ‚ADHS‘& ‚frech‘ abgestempelt und dachte immer mit mir und meiner Vorstellung vom Leben stimmt was nicht. Das hat mich stark verunsichert. Durch Hip-Hop bin ich viel selbstsicherer und zielorientierter geworden und habe eine ganz neue Art von Vertrauen in mir und meinem Wert erlangt.

Was kommt jetzt in Zukunft auf deine Fans zu?

Ganz.viel.wilde.Musik.

Hast du noch irgendwelche letzten Worte an die Leute da draußen?

The only thing that’s constant in life is change. Don’t be scared of change, embrace it.

Also: streamt switch places :*

Words: Leon Dobbelgarten

Moubarak Assima

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