„Hype ist nicht das, auf was wir hinarbeiten, wir laufen einen Marathon“ – Ein Interview mit OG Keemo

OG Keemo ist wohl der spannendste Rapper, den es zurzeit in Deutschland gibt. Zusammen mit Produzenten Funkvater Frank veröffentlichte er im Jahre 2019 nach drei erfolgreichen Mixtapes das hochgelobte Debutalbum Geist

„Hype ist nicht das, auf was wir hinarbeiten, wir laufen einen Marathon“ – Ein Interview mit OG Keemo

OG Keemo ist wohl der spannendste Rapper, den es zurzeit in Deutschland gibt. Zusammen mit Produzenten Funkvater Frank veröffentlichte er im Jahre 2019 nach drei erfolgreichen Mixtapes das hochgelobte Debutalbum Geist

OG Keemo ist wohl der spannendste Rapper, den es zurzeit in Deutschland gibt. Zusammen mit Produzenten Funkvater Frank veröffentlichte er im Jahre 2019 nach drei erfolgreichen Mixtapes das hochgelobte Debutalbum Geist. Seine Musik findet irgendwo zwischen Gangsterrap, Sozialkritik und autobiographischen Erfahrungen des 27-Jährigen Mannheimers ihren Platz. Gepaart mit den genialen Sample Beats von Franky entsteht etwas noch nie dagewesenes im Deutschrap-Kosmos. Dieses Jahr begann die Arbeit am zweiten Album und Keemo hat uns ein exklusives Interview über seine Einflüsse, Arbeitsprozesse und Featurepolitik gegeben.

„Hype ist nicht das, auf was wir hinarbeiten, wir laufen einen Marathon“ – Ein Interview mit OG Keemo

Wie seid ihr mit der weitaus starken Resonanz zu Geist im Hinterkopf an das neue Album rangegangen?


Gar ned. Wenn du dein neuen Shit immer daran misst, wie dein alter Shit angekommen ist, dann bestimmst du nicht mehr selbst, was du cool findest. Das fickt dein eigenen Sound, lowkey. Die Resonanz ist egal, glaub ich. Unser letztes Album könnte eine 10 oder eine 0 sein. Das jetzige würde so oder so dasselbe sein.

Wie hat sich die Arbeit am neuen Album im Vergleich zur Arbeit an alten Projekten wie Neptun verändert?


Man könnte denken, dass alles routinierter läuft, aber es ist mit jedem neuen Projekt eine andere Arbeitsweise, irgendwie. Bei Neptun waren die ganzen Umstände anders, da war der Anspruch noch ein Anderer. Da hast du keine Konzepte, Song-Ideen, Strukturen oder keine Ahnung. Heute geht man da mit ´nem Plan ran. Wir arbeiten auf etwas hin. Das ist der größte Unterschied glaub ich.

Nervt es dich, wenn du in gefühlt jedem Journalisten- und Kritiker - Jahresrückblick als bestes Album angepriesen wurdest, aber der große kommerzielle „Hype“ immer noch auf sich warten lässt?

Hype ist nicht das, auf was wir hinarbeiten. Wir laufen einen Marathon.



Hattet ihr Probleme, durch den ganzen Corona - Struggle einen richtigen Arbeitsrhythmus zu finden? Oder geht ihr fokussiert an das Album, da vieles außerhalb der Studiosessions wegfällt?


Hatten anfangs schon Probleme uns reinzufinden, weil sich vieles für uns außerhalb von Musik verändert hat. Außerdem kickt immer ´ne kleine Blockade bei mir, wenn ich länger nix mache. Aber hab für mich rausgefunden, dass es einfach bisschen Zeit braucht, um wieder in Modus zu kommen

Wenn man sich deine Diskographie anschaut, bemerkt man, dass es auf deinen eigenen Projekten nie Features gibt. Auch sonst springst du nicht auf viele Songs drauf. Trotzdem hat man das Gefühl, dass gerade in den letzten zwei Jahren, sehr viele, starke Connections entstanden sind, wie bspw. mit Ahzumjot oder Lugatti&9ine. Wie muss ein Feature für dich entstehen? Kann man auf dem neuen Projekt vielleicht mit mehr Künstlern als Franky und Kerem rechnen?


In erster Linie muss ich die Leute als Künstler cool finden und dann noch als Mensch. Wenn man dann noch musikalisch irgendwie matcht und dein Terminkalender das zulässt, dann steht einem Feature nix im Weg. Hasse es nur wie egobehaftet die ganze Feature-Politik ist. Niggas sind beleidigt, wenn du nicht willst.

Eure Musik hat mittlerweile einen eigenen Style gefunden und trotz modernen Klängen immer wieder Samples aus allen möglichen Musikrichtungen. Auch in deinen Instagram-Stories, hört man öfter Soul-Musik als Rap. Welche Musik haben deine Eltern gehört, und was davon begleitet dich heute noch und inspiriert dich?


Mein Vater hat viel alten Shit gehört. Viel Jazz und Soul. Und so 60s, 70s, 80s Zeug. Meine Mutter immer mehr Aktuelleres. Viel Grunge, Reggae und RnB Zeug damals.
Glaube das spielt alles irgendwo eine Rolle, paar Sachen bisschen mehr, paar bisschen weniger.

Kunst und Malen spielen seit klein auf eine große Rolle in deinem Leben. Welchen Stellenwert hat das Malen in den letzten Jahren neben der Musik eingenommen? Und hast du auch mal Lust, in dem Bereich etwas fernab deines zweiten Instagram Accounts zu veröffentlichen?


Ich war die ganze Zeit immer unverändert an Kunst interessiert, aber ich hab vier Jahre nicht gemalt, weil ich keinen Bock hatte. Mir ist erst seit Neuestem wieder aufgefallen, wie sehr das Spaß macht. Wie oft ich das damals gemacht hab, und wie ich’s vermisst habe. Und vor allem, wie sehr ich vermisst hab, etwas nur als Hobby zu tun. Deswegen bleibt’s auch erstmal nur das, aber ist nur Frage der Zeit, bis da was Größeres mit passiert.

Hast du noch etwas was du den Leuten abschließend mitteilen willst?

Trinkt Wasser, tragt eure Masken und cremt euch ein!

Autor: Leon Dobbelgarten

Moubarak Assima

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