"Ich habe kein abgeschlossenes Studium. Ich sehe das insgeheim als Vorteil“ - Das Interview mit Julia Juchheim von BalinX

Falls ihr mit dem Namen BalinX nicht vertraut seit, dann seid ihr es spätestens jetzt. BalinX ist ein Münchner Avantgarde Streetwear Label. Es ist eine völlig neue Sichtweise auf die Thematik. Oder besser gesagt: eine eigene Interpretation von Streetwear.

"Ich habe kein abgeschlossenes Studium. Ich sehe das insgeheim als Vorteil“ - Das Interview mit Julia Juchheim von BalinX

Falls ihr mit dem Namen BalinX nicht vertraut seit, dann seid ihr es spätestens jetzt. BalinX ist ein Münchner Avantgarde Streetwear Label. Es ist eine völlig neue Sichtweise auf die Thematik. Oder besser gesagt: eine eigene Interpretation von Streetwear.

Falls ihr mit dem Namen BalinX nicht vertraut seit, dann seid ihr es spätestens jetzt. BalinX ist ein Münchner Avantgarde Streetwear Label. Es ist eine völlig neue Sichtweise auf die Thematik. Oder besser gesagt: eine eigene Interpretation von Streetwear.

Die Brand wurde von der Newcomerin Julia Juchheim aus dem nichts geschaffen. Mode war bereits immer ein fester Bestandteil ihres Lebens, da ihre Mutter in der Modebranche tätig war, wurde dieses Erbe mit Julia in die nächste Generation weitergereicht.

Sie studierte Mode, jedoch brach sie nach zwei Semestern ab, damit sie sich ihrer Arbeit komplett widmen kann.

„Wie du dir jetzt bestimmt gedacht hast, habe ich kein abgeschlossenes Studium. Ich habe mein Studium bereits nach zwei Semestern abgebrochen, um mich meiner Arbeit komplett widmen zu können. Ich finde es sogar besser kein abgeschlossenes Studium zu haben - es gibt mir die Möglichkeit aus einem völlig anderen Blickwinkel zu arbeiten, ich sehe das insgeheim als Vorteil.“

„THE FUTURE SEEDS“ ist ihre Debütkollektion gewesen und die Kommende wird an der Milan Fashion Week präsentiert. Als eine von 25 Designern weltweit hat sie die Chance bekommen ihre S/S21 in Italien vorzustellen. Jedoch ist das nicht alles was wir von ihr wissen wollen.

"Ich habe kein abgeschlossenes Studium. Ich sehe das insgeheim als Vorteil“ - Das Interview mit Julia Juchheim von BalinX

Julia wie geht’s dir? Lange nichts mehr gehört. Stell dich bitte den Lesern vor und erzähle ihnen ein bisschen was über deine Arbeit.

- Hey, danke dir! Alles wunderbar. Viel Arbeit, also die übliche Achterbahnfahrt für mich als junge Designerin in diesen Zeiten.

- Mein Name ist Julia Juchheim. Ich lebe in in München und habe im Februar letzten Jahres mein Avantgardes Streetwear Label namens BalinX gegründet.

- In meiner Arbeit interpretiere ich den Begriff Avantgarde neu und verfolge interstellare Kreationen, welche sich im androgynen Stil repräsentieren.

Wie entstand dein Interesse zu Mode? War es bereits immer irgendwie in dir verankert oder hast du dich erst seit Kurzem für das besagte Thema interessiert?

- Mode begleitet mich tatsächlich bereits mein ganzes Leben lang. Da meine Mutter in der Branche tätig war, bin ich bereits als Kind mit der Fashion Welt in Kontakt gekommen und konnte mich daher schon immer gut mit ihr identifizieren.

- Als Jugendliche und auch heute noch ist sie für mich eine Form der Selbstverwirklichung und hat einen festen Platz in meinem Leben.

- Auf einer meiner Reisen in die USA entstand die Idee erste Designs selbst zu zeichnen und umzusetzen. Seitdem nutze ich meine Reisen um Inspiration für neue Kollektionen zu sammeln.

Hast du ein abgeschlossenes Modestudium? Falls ja - bist du der Meinung, dass man Mode studiert haben sollte, um Fuß in der Industrie zu fassen?

- In diesem Zusammenhang würde ich direkt auf deine zweite Frage antworten. Ich finde es sogar besser kein abgeschlossenes Studium zu haben, denn es gibt mir die Möglichkeit aus einem völlig anderen Blickwinkel zu arbeiten, ich sehe das insgeheim als Vorteil.

- Wie du dir jetzt bestimmt gedacht hast, habe ich kein abgeschlossenes Studium. Ich habe mein Studium bereits nach zwei Semestern beendet, um mich meiner Arbeit komplett widmen zu können.

Wenn ich falsch liege, musst du mich bitte korrigieren. Die Skydiver Jacke war das erste Piece, das du kreiert hast. Du hast noch den Service angeboten, dass man die Jacke nach Bedarf färben kann. Was hast du dir bei der Konzeption der Jacke gedacht?

- Ja da hast du recht, das war tatsächlich mein erstes Piece. Ich würde es sogar als mein Signature Piece beschreiben. Lustigerweise war die Jacke auch das erste Design überhaupt. Die Idee kam mir auf einem Ausflug auf das Land. Ich sah dort einen Fallschirmspringer und dachte mir: Wäre es nicht cool, eine Jacke in der Form eines Fallschirms zu machen?! Um Himmel und Erde zu symbolisieren habe ich mich den Farben blau und grün bedient. Schon bald erreichten mich Anfragen, ob man die Jacken nicht auch in anderen Farben erhalten könnte und somit übernahm ich es in mein Konzept, um mehr Individualität bieten zu können.

- Die Jacke zunächst weiß zu lassen war kompletter Zufall. Ich hatte ein Shooting anstehen und wollte die Jacke davor nochmal färben. Leider hatte ich die falsche Farbe gekauft und somit ging das Einfärben schief. Alternativ hatte ich noch eine ungefärbte Jacke zur Auswahl, was im Endeffekt sogar sehr gut gepasst hat, da die besondere Textur des Stoffes und die Form so sogar besser zur Geltung kommen.

Was mir besonders an deiner Kollektion gefällt ist, dass du komplett eigene Schnitte kreiert hast. Das sieht man nicht alle Tage. Welche Pieces waren am zeitintensivsten?

- Danke dir, das freut mich zu hören. Es steckt auch viel Arbeit hinter den Teilen. Ich denke am aufwändigsten war tatsächlich mein weißer Crossed Lock Padded Coat. Allein den Kragen zu konstruieren hat mich drei Tage gekostet und da wurde noch nichts aus Stoff gemacht.

Aus einer Jacke ist eine komplette Kollektion entstanden. Was hast du dir bei „THE FUTURE SEEDS“ gedacht? Die Schnitte und die Fabrics sehen einzigartig aus. Und als Newcomer Brand so einen Start hinzulegen ist auch nicht selbstverständlich.

- Ich bin der festen Überzeugung das Träume die Samen unserer Zukunft sind, was zurück zu dem Ursprung für meinen Designansatz der ersten Kollektion führt.

- Wie ich oben bereits erwähnt habe, sollten wir Menschen - meiner Meinung nach - mit der Natur im Einklang stehen. Bei genauerem Hinsehen kann man die Formen und Texturen der Natur erkennen.

- Mir war es wichtig futuristische Leichtigkeit zu vermitteln. Mode sollte meiner Meinung nach emotionale Faktoren aufweisen. In diesem Fall wollte ich die Zukunft aus einem positiven Blickwinkel beleuchten.

Während du an deiner Kollektion gearbeitet hast und du Tränen und Blut geschwitzt hast, was war das Stressigste während der ganzen

- Der Zeitrahmen. Es war unheimlich stressig, da ich mich mit dieser Kollektion für die Fashion Week in Mailand bewerben wollte, hatte ich gerade einmal zehn Tage Zeit, um diese aufwändigen Schnitte und Materialien entsprechend zu verarbeiten.

- Mein Zeitmanagement muss ich definitiv noch verbessern.( lacht )

Wie wichtig ist Nachhaltigkeit für dich? Das ist aktuell ein riesen Thema. Als Newcomer Brand ist nicht so einfach, wenn man kein großes Budget hat.

- Ich denke, dass ist gerade in der Fashion-Industrie ein riesen Thema und man sollte dem definitiv Beachtung schenken — es gibt nichts Aktuelleres.

- Tatsächlich sind Naturfasern wesentlich teurer als herkömmliche Stoffe, weshalb das für mich leider nicht immer umsetzbar war.

- Dennoch habe ich mich in meiner Zusammenarbeit mit Orange Ocean ausgiebig mit diesem Thema befasst und ich achte seitdem gezielt darauf, weshalb ich in meiner neuen Kollektion auch viel mit Naturfasern und Pinatex (Leder aus Ananas-Fasern) arbeiten werde. Natürlich hat das auch seinen Preis.

Als die Kollektion veröffentlicht wurde, kam in Zusammenarbeit mit First Runway parallel eine App auf den Markt, die das Shoppen für die User einfacher gestalten sollte. Wie seid ihr auf die Idee gekommen eine App zu launchen?

Die Idee eine App zu gestalten kam tatsächlich von meinem Partner, da dieser seinen beruflichen Ursprung im It-Bereich hat. Ich fand es einfach nur genial. Der Bereich E-Commerce wird unsere Zukunft dominieren und als Innovatives Unternehmen möchten wir das natürlich unterstützen.

Wenn die deutsche Modeszene ein Mensch wäre, wie würdest du ihn Beschreiben?

… ein alter Mann mit jungem Geist, der versucht mit dem Gehstock einen Marathon zu laufen. Er nimmt teil, rennt allerdings nur hinterher, anstatt seinen eigenen Weg einzuschlagen.

Was steht für die Zukunft an? Wann können wir mit der neuesten Kollektion rechnen?

Ihr dürft euch freuen, denn ich wurde als Newcomer bei der Fashion Week in Mailand als eine von  25 Designern weltweit akzeptiert und dort werde ich im September meine neue Kollektion präsentieren. Das ist ein unheimlich spannend ich kann es kaum erwarten!

Hast du noch irgendwelche Schlussworte, die du der Jugend mit auf dem Weg geben möchtest?

Mein beruflicher Rat ist: Sobald du mit dem, was du machst, aneckst, dann bist du auf dem richtigen Weg.

Hätte ich auf jeden gehört, der mir sagt, was ich nicht kann, dann würde ich heute als Krankenschwester arbeiten und hätte meine Träume nicht weiter verfolgt.

Autor: Moubarak Assima

Moubarak Assima

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