let me be me again, let me be free again – Eine Unterhaltung mit Beau

Draußen bleibt es länger hell. Der Frühling steht vor der Tür. Damit trägt Beau, die 22-jährige Sängerin mit atmosphärischer klangvollen Stimme bei. Die in Unna geborene Künstlerin gab am 23.09.2019 ihr Debüt mit der Single Oxymora auf Spotify und YouTube.

let me be me again, let me be free again – Eine Unterhaltung mit Beau

Draußen bleibt es länger hell. Der Frühling steht vor der Tür. Damit trägt Beau, die 22-jährige Sängerin mit atmosphärischer klangvollen Stimme bei. Die in Unna geborene Künstlerin gab am 23.09.2019 ihr Debüt mit der Single Oxymora auf Spotify und YouTube.

Draußen bleibt es länger hell. Der Frühling steht vor der Tür. Damit trägt Beau, die 22-jährige Sängerin mit atmosphärischer klangvollen Stimme bei. Die in Unna geborene Künstlerin gab am 23.09.2019 ihr Debüt mit der Single Oxymora auf Spotify und YouTube. Darauf folgte Monate später am 03.01.2020 die Single Frame. Auf Instagram ist sie oft singend mit einer Ukulele zu sehen, wo sie mit Covern von Amy Winehouse und Daniel Ceaser zu hören ist. Sie verwandelt federleicht die Songs und gestaltet diese zu ihren eigenen.

"let me be me again, let me be free again" – Eine Unterhaltung mit Beau

Wenn man so durch dein Instagram-Feed scrollt, sieht man deine verschiedenen Haarfarben. Wie wichtig sind dir Veränderungen?

Ich denke, Veränderung sind superwichtig, vor allem wenn es darum geht, herauszufinden, wer man selbst ist, weil ich mich in meinem Leben bisher in supervielen verschiedenen Stilrichtungen bewegt habe: in der Mode, Musik oder im äußeren Erscheinungsbild. Ich bin davon überzeugt, dass all das mich zudem gemacht hat, wer ich heute bin. Ich habe viel ausprobiert. Auch wenn ich auf manche Sachen zurück blicke und sie fragwürdig finde oder mich mittlerweile gar nicht damit identifizieren kann, denke ich, dass das alles superwichtig war. Um jetzt zu wissen, wer ich bin. Und ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass ich weiß, wer ich bin. Aber genauso gut weiß ich auch, dass ich mich sehr häufig verändern werde, was ich aber auch hoffe, weil ich denke, es ist egal, ob man positive oder negative Veränderung macht. Wichtig ist eine gewisse Form des Wachstums, wenn es um die Persönlichkeit geht, und dementsprechend halte ich das für sehr wichtig.

„ich weiß, dass es wichtig ist, dass die Leute die mich lieben, mich akzeptieren, wie ich bin. Und wenn sie das nicht tun, dann lieben sie mich auch nicht.“ - Beau

Was hat dich am meisten in der Kindheit geprägt?

Meine Familie hat mich am meisten geprägt. Es hört sich sehr klischeehaft an, meine Familie hat mich immer so akzeptiert, wie ich bin, auch wenn ich ein bisschen anders war. Also dieser Spruch "ich haben sie im Krankenhaus bei der Geburt vertauscht", das war so ein ganz normaler Spruch für mich in meiner Kindheit. Ich habe das sehr oft von meiner Familie gehört. Auch wenn meine Familie nicht gerade nullachtfünfzehn ist, würde ich zumindest sagen, war ich halt ein bisschen anders. Ich habe immer Akzeptanz und Unterstützung von meiner Familie bekommen. Was mir denk ich mal, auch sehr viel gebracht hat für mein späteres Leben, weil ich einfach sagen kann, dass ich weiß, dass es wichtig ist, dass die Leute die mich lieben, mich akzeptieren, wie ich bin. Und wenn sie das nicht tun, dann lieben sie mich auch nicht. Ich denke, das hat mir enorm dabei geholfen, so ein bisschen Selbstbewusstsein zu haben, indem was ich mache und wer ich bin und einfach über die Meinung von anderen hinweg zu sehen, wenn sie nicht gerade das befürworten, was ich für mich für richtig halte.



Du hast Amy Winehouse auf deinen linken Arm Tätowiert, was bedeutet sie für dich?

Wenn ich die Musik von Amy Winehouse höre, fühle ich mich mehr wie die Frau, die ich sein möchte oder vielleicht auch schon bin. Aber vielleicht nicht so zeigen kann. So an sich ist Amy Winehouse für mich eine superstarke Frau. Sie hatte eine sehr starke Denkweise und diese Denkweise hat sie auch schwach gemacht, auf eine gewisse Weise. Und ich weiß nicht, ich glaube, ich kann mich damit Identifizieren und ich finde das Amy Winehouse generell, in meinen Augen, als Person ein großes Vorbild war. Es gibt keinen Song von Amy Winehouse, den ich nicht schön finde. Das haben bei mir noch nicht viele Künstler geschafft, außer Tyler the Creator. Man kann schon sagen, dass sie für mich so was ist, wie eine Muse. Also sie inspiriert mich einfach übertrieben.



Hast du irgendwo, Tattoos die man nicht sieht?

An meinen Rippen. Da habe ich die Umrisse von Portugal und unten an der Stelle, wo Cavoeiro ist, ist ein Herz. Das ist ein kleines Dorf an der Algarve und da habe ich unzählige Urlaube verbracht. Meine Familie fährt seit dreißig Jahren dort hin. Es ist ein bisschen inspiriert von " Home is where the Heart is". Es ist für mich wie eine zweite Heimat, wenn nicht meine Erste, auch wenn ich keine Portugiesin bin, ist da auf jeden Fall mein Herz. An meinem rechten Fußgelenk auf der Innenseite eine 10 und eine 12. Die Zehn steht für den zehnten Buchstaben im Alphabet, das ist ein J. und die 12 steht für zwölften Buchstaben, was ein L ist. Und das sind die ersten Buchstaben von zwei guten Freundinnen von mir. Und an meinem linken Knöchel "why not" stehen, das habe ich mir mit fünfzehn selber Tätowiert. Die Bedeutung kann ja man sich denken, denke ich. Sonst habe ich  keine Tattoos, die man nicht sieht. Sonst sind alle auf meinen Armen. Auf meiner Hand. Jap, das war's eigentlich.

Was ist für dich persönlicher Erfolg? Wie würdest du es beschreiben?

Persönlicher Erfolg ist, denke ich für meine eigenen Erwartungen zu erfüllen und im besten Fall die auch noch zu übertreffen. Aber ich denke auch, dass, wenn ich denke, dass ich bestimmte Dinge nicht kann oder etwas nicht schaffe, dass wenn ich es doch schaffe, dass das ein enormer persönlicher Erfolg ist. Einfach sich selbst zu beweisen und zu überzeugen, dass man mehr kann, als man denkt. Und wenn man das geschafft hat, das glaub ich, schon persönlicher Erfolg ist.

Siehst du dich als Newcomerin?

Ja, ich denke schon. Also wenn es generell darum geht wie ich mich bisher, in der Welt der Musik bewegt habe, bin keine Newcomerin, weil ich sehr lange Musik mache. Wenn es darum geht meine Musik jetzt in dieser Ausführung, so in diesen Namen zusagen zu veröffentlichen, dann ja

„stay true to yourself and keep on working“

Was würdest du deinem Dreizehnjährigen-Ich sagen, wenn du könntest?

Es wird besser, keine Panik. Bleib einfach Stark und in paar Jahren wirst du schon sehen, dass sich das auszahlt. Bleib kreativ versuche dich mit deiner Kreativität mehr zu beschäftigen, als mit den Dingen die dich vielleicht, nicht glücklichen machen. In ein paar Jahren wirst du sehr glücklich sein, mit dem wer du bist, was du machst, also stay true to yourself and keep on working.

Mit wem möchtest du gerne Arbeiten und warum?

Tyler the Creator wäre der Erste, mit dem ich arbeiten würde, wenn ich könnte. Seit dem ich dreizehn bin, ist er einfach die Nummer eins. Und diesen Platz wird er niemals verlassen. Für mich ist er einfach ein verdammt großes Vorbild. Nicht unbedingt, wenn es darum geht, welche Musik ich mache und welche Musik er macht, einfach in seiner Denkweise und die Art und Weise wie er arbeitet und ultimativ am Hustlen ist, seit immer. Die Art und Weise wie er Musik komponiert ist wunderschön. Auch wenn meine Musik sehr wahrscheinlich anders ist, wäre das ein Traum von mir mit ihm zusammen zu arbeiten. Ryuichi Sakamoto ist ein japanischer Komponist, Produzent und Pianist, ein supertalentierter Mann. Es ist bemerkenswert. Er arbeitet größtenteils mit Orchestern zusammen aber mit dem Musikmachen wäre echt Heavy.

Welche Aktuellen Musiker verdienen mehr Aufmerksamkeit?

An dieser Stelle muss ich meinen Produzenten erwähnen Nico aka Kostn, einfach ein Multitalent, wenn es zu verschiedenen Genre geht. Falls jemand einen talentierten Produzenten sucht wendet euch an Kostn. Ansonsten würde ich generell alle Namen nennen von meinen Homies. Aber das ist eine lange Liste. Wenn es darum geht, dass Musiker schon eine große Reichweite haben, würde ich sagen Greentea peng super heftige Musikerin, Goldlink auch ganz krass, Clairo, weil sie eine echt richtig gute Musikerin ist und auch für mich eine sehr große Inspiration, weil sie noch sehr viel manuell arbeitet und ich glaube, dass unsere Jugendkultur in ein paar Jahren nicht mehr weiß, was eine Gitarre ist. Ich hätte echt noch eine lange Liste von Musikern, die mehr Aufmerksamkeit verdienen, aber von denen bin ich mir sicher, dass sie diese Aufmerksamkeit definitiv bekommen werden, einfach, weil sie krass sind.

Einsame Insel. Drei Sachen darfst du mitnehmen. Welche wären das?

Ich finde die Frage schwer, auch wenn man irgendwo, irgendwann mal gestellt bekommen hat, weil ich einfach nicht wüsste ob ich ... Es gibt zwei Art und Weisen, wie man in der Situation denken kann. Und meiner Meinung nach entweder logisch... wie überlebe ich da am besten, wie komm’ ich am besten weg oder wie man über Vergnügen nachdenkt, wie mach ich mir diese Zeit am angenehmsten und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich luxuriös oder logisch denken würde, oder sozusagen... aber ich glaube, meine Gitarre würde ich auf jeden Fall mitnehmen.

Oxymora heißt Widerspruch in sich, wie sehr spiegelt sich das in deiner Person?

Ich glaube, ich bin schon ein widersprüchlicher Mensch. Also alleine wenn es darum geht, anderen Leuten Lebenstipps zu geben an denen man sich selbst nicht hält. Obwohl diese gegebenen Tipps für vollkommen notwendig gehalten werden. Und generell bin ich ein positiver Mensch, aber auch gleichzeitig bin ich ein wenig pessimistisch. Ich widerspreche mir sehr oft, aber das ist vielleicht gar nicht so verkehrt. So kann man aus sich selbst lernen. Manchmal ist das gut seine Denkweise zu hinterfragen und sich dann selbst zu widersprechen, um zu lernen.

Wie siehst du deine Musik, was für eine Musikrichtung machst du?

Ich kann ehrlich gesagt gar nicht sagen, was für eine Musik ich mache, weil ich mich nicht festlegen möchte. Also ich denke, dass Musik zu breit gefächert ist, um sich auf ein Genre zu beschränken. Vor allem weil man sich dann selbst in einer Schublade steckt und sich selbst quasi nicht erlaubt aus dieser Schublade rauszukommen, nur damit man die Erwartung von anderen Leuten gerecht wird, weil man selber gesagt hat, dass man ein bestimmtes Genre macht. Wenn man in diesem Genre dann nicht weiterverfolgt, ist man nicht mehr derselbe Musiker, deshalb würde ich von Anfang an, mich auf gar nichts festlegen. Ich kann mir vorstellen, supervieles auszuprobieren und dementsprechend ist da ein freier Raum diesbezüglich. Ich würde meine Musik vielleicht, wenn ich sie beschreiben müsste bisher als Wavy bezeichnen, vielleicht alternative bedroom pop mit Low-Fi Einflüssen. Ehrlich gesagt finde ich es sehr schwer, seine eigene Musik ein Genre zu geben. Für mich zumindest ist es sehr schwer, aber wie gesagt, ich möchte mich eigentlich überhaupt nicht festlegen.

Wie sieht dein Schreibprozess aus?

Ich muss sagen, es kommt selten vor, dass ich mich hinsetze, und sage, ich schreibe jetzt ein Text. Es sei denn, es geht um eine spezifische Sache die mich gerade in dem Moment beschäftigt. Meistens ist es aber so; wenn ich im Alltag unterwegs bin, egal ob alleine, mit Freunden oder in einer Bar, fallen mir Zeilen ein, die ich dann direkt in meinem Handy tippe. Ich habe mittlerweile eine Ansammlung, an Notizbüchern, die überall Zuhause und im Studio rumfliegen. Und dann ist es meistens, das Nico und ich zum Beispiel an einem Beat arbeiten oder er mir halt ein Beat vorspielt und ich einfach schaue, was für mich meiner Meinung nach zu dem Vibe des Beats am besten passt. Danach kombiniere ich die Zeilen untereinander, auch teilweise wenn die unabhängig von einander geschrieben worden sind und gar nicht wirklich miteinander zu tun haben. Dadurch entstehen meistens erste Verse für die Songs und dann geht bei mir der Schreibprozess relativ schnell und es läuft dann einfach. Ab da sitze ich dann am Text und schreib es runter. Aber in erster Linie entstehen die meistens durch spontane Zeilen, die mir im Alltag einfallen.

"you put me in a Frame, let me be me again, let me be free again" thematisierst du damit, wie es ist auf, den äußeren Rahmen beschränkt zu werden? Oder wie ist diese Zeile gemeint?

Bei dem Song Frame habe ich mich sehr von toxischen Beziehungen inspirieren lassen. Gar nicht auf eigene Erfahrung, sondern ein bisschen mehr die Erfahrung anderer Leute oder meine generelle Meinung zu solchen Beziehungen. Die Zeile " you put me in a Frame, let me be me again, let me be free again " bedeutet für mich eher, dass in vielen Beziehungen ein Kontrollzwang herrscht und ab dem Zeitpunkt wo man in einer Beziehung ist, fast Teilweise das Gefühl bekommt, gar nicht die Person zu sein, die man eigentlich ist, wenn man von dem Partner so eingeschränkt wird. Ich selber hatte damit nicht so drastische Erfahrungen, weil ich persönlich so eine Beziehung nicht eingehen würde, jedoch habe ich häufiger mitbekommen, dass das leider Menschen mit sich machen lassen. Und das war so ein bisschen das, was ich in dem Song beschreiben wollte.

Kommt demnächst noch was auf uns zu?

Ja, auf jeden Fall. Wir sind momentan dabei an der Pluto Collective Website zu arbeiten, die aber bald gelauncht wird. Irgendwann danach folgt endlich das Musikvideo zu meiner Single Oxymora. Da kann ich leider kein genaueres Datum sagen, aber es wird sehr bald erscheinen.

Am 17ten April 2020 erschien der Song Same Vibe. Wir sind gespannt auf Beau, was sie demnächst von sich zeigt. Eines ist sicher, dass sie ein vielversprechendes Talent hat und mit ihrer Stimme uns zum Reisen einlädt. Dazu brauchen wir nicht viel außer die Kopfhörer aufzusetzen und in den Frühling zu starten.

Autor: Carlos Carima

Moubarak Assima

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