Lugatti & 9ine - Was man durch Starrheit verpassen kann

Wie oft sieht man Ankündigungen und Promo für Events und denkt sich: „Damn, wäre sau gern dabei. Wieso findet sowas nie in meiner Hometown statt?“Niemand kommt auf die Idee, sich ein paar Freunde zu schnappen, um genau zu dem Event in die Stadt XY zu fahren und einen richtig coolen Abend zu haben.

Lugatti & 9ine - Was man durch Starrheit verpassen kann

Wie oft sieht man Ankündigungen und Promo für Events und denkt sich: „Damn, wäre sau gern dabei. Wieso findet sowas nie in meiner Hometown statt?“Niemand kommt auf die Idee, sich ein paar Freunde zu schnappen, um genau zu dem Event in die Stadt XY zu fahren und einen richtig coolen Abend zu haben.

Wie oft sieht man Ankündigungen und Promo für Events und denkt sich: „Damn, wäre sau gern dabei. Wieso findet sowas nie in meiner Hometown statt?“
Niemand kommt auf die Idee, sich ein paar Freunde zu schnappen, um genau zu dem Event in die Stadt XY zu fahren und einen richtig coolen Abend zu haben. Man scrollt weiter und hat das Event bis zu dem Zeitpunkt vergessen, an dem „About last Night-Storys“ wieder auf Instagram zu finden sind. Dies wollte ich Ende letzten Jahres verändern.

Lieber live als remote

Ich, ein Frankfurter Bub, warte gespannt auf neue Informationen zum bereits angekündigten Nachfolgertape
MKS 3.0 (Man Kennt Sich) von meinen Lieblingsrappern Lugatti & 9ine.
Einigen von euch sollte der Name bestimmt schon ein Begriff sein.
Die beiden Kölner sind Teil einer aufkommenden Welle an jungen, talentierten Deutschrappern, die frischen Wind mit neuem Sound in die Szene bringen.

Kenner haben sie schon seit „Untergrund“-Hits wie Salty oder Umbro/Tyskie auf dem Schirm. Doch seit diversen Auftritten als Support-Acts und spätestens nach dem Hotbox Interview mit Marvin Game sollte doch auch der Eine oder Andere die „Kinder der Küste“, wie sie sich mit ihrem Main-Producer Traya aka 808Felix nennen, kennen.

„Acht Freunde solltet ihr sein“

Zurück zu mir; in Frankfurt auf der Couch. Ich sehe bei @_lugatti_ auf Instagram eine Ankündigung für die Releaseparty zum neuen Album. Als das letzte Mal Promo dafür gepostet wurde, habe ich, wie oben beschrieben, einfach unbeirrt weiter geskippt. Doch nicht dieses Mal, weil mir das Datum aufgefallen war.
Der 6. Dezember 2019, ein Tag vor meinem Geburtstag. Die Party muss anscheinend verschoben worden sein. Im Kalender sehe ich, der 6. Dezember 2019 ist ein Freitag und mir kam sofort die Idee:
Du packst dir ein paar Freunde ein, fährst freitags auf die MKS3.0-Releaseparty und feierst in Köln deinen Geburtstag rein.
Am Ende buchten wir dann, zusammen mit sieben meiner engsten Freunde, zwei vierer Zimmer in einem Hostel im belgischen Viertel, also Downtown Cologne.

Mittlerweile war am 22. November 2019 das langersehnte Tape gedroppt und die ganze Gruppe war begeistert und voller Vorfreude dabei, die Texte auswendig zu lernen.

Releasekonzert – und wir sind am Start

Ich musste ein paar Stunden Schule schwänzen und wir trafen uns alle mehr oder weniger pünktlich am Hauptbahnhof und stiegen in den Zug Richtung Köln.
Ausgestattet mit meinen selbst designten Shirts (ich wollte mich einfach mal dran ausprobieren und hatte zu diesem besonderen Anlass jedem Teil der Crew ein Shirt geschenkt) fuhren wir entspannt, nicht mal zwei Stunden, nach Köln und bezogen am frühen Abend das Hostel.
Danach gab es direkt etwas zu futtern bei Beef Brothers, dem Burgerladen meines Vertrauens. Anschließend noch kurz zu Rewe, etwas zum Vorglühen besorgen und dann ging es schon ab zur Location.

Die Show

Der Club, in dem die Show stattfinden sollte, lag glücklicherweise nur 500-Meter vom Hostel entfernt und wir waren früh genug da.
In der Schlange kommentiert ein, auf den ersten Blick „random“ erscheinender Typ, mein selbst designtes Shirt, als er aus dem Club rauskam. Kurz später merkten wir, dass es Longus Mongus von BHZ war, der Berliner Rapgruppe, die sich 2019 schon einen ziemlichen Namen gemacht hatten. Dieser war Specialguest auf dem Konzert, da er ein Featuregast auf dem Tape ist.
Schon mega hyped trafen wir auch noch Dennis Dies Das, die Kölner Rap-Legende, doch das sollte nicht die einzige Überraschung unseres Kurztrips bleiben.
Beim Konzert-Auftakt der Blokkboy$ hatten wir so ein Glück, dass wir insgesamt drei T-Shirts fingen, die in die Menge geworfen wurden.
Nach einem, vielleicht für Manche zu langem aber wildem Auftritt der Vorgruppe kamen nun endlich Lugatti & 9ine, und die kleine aber intime Crowd hat den Club zum Beben gebracht.
Longus Mongus sprang im Zustand der Ekstase mit in die Moshpits und es wurde ausgerastet, gefeiert und gefühlt wie noch nie zuvor.

Das Konzert

Die Afterparty

Nach vielleicht knapp zwei Stunden standen wir schweißgebadet an der Garderobe, doch es hieß, meine Jacke wäre nicht zu finden; also hatten wir Zeit, mit erst 9ine und später auch mit Lugatti in ein Gespräch zu kommen und Fotos zu machen.
Die beiden waren mega korrekt und 9ine freute sich besonders, dass wir den Weg auf uns genommen hatten. Er bot mir noch an, mir bei der Suche nach meiner Jacke zu helfen, doch die tauchte von alleine wieder auf. Wir verließen überglücklich den Club und kauften uns beim unfreundlichsten Kioskbesitzer Kölns erst einmal etwas Kaltes zu trinken und planten den weiteren Verlauf des Abends.
Anfangs hatten wir geplant, feiern zu gehen, doch nach dem geisteskranken Ausrasten waren wir so fertig, dass wir mit Kölsch vor unserem Hostel in meinen Geburtstag rein feierten.
Anschließend gingen wir noch in eine Bar für ein paar weitere Kölsch und fielen dann auch schon todmüde ins Bett.

Die Bar, in der wir waren

On the way back home

Am nächsten Morgen, alle überglücklich über den letzten Abend, gingen wir üppig frühstücken und mussten uns dann auch schon wieder auf die Heimreise nach Frankfurt machen. Im Zug auf der Suche nach Plätzen kommt eine Gestalt hervor, besonders die Stimme kommt uns ungewöhnlich bekannt vor.
9ine, im üblichen Outfit mit Hoodie und Cap, zieht seinen Koffer durch unseren ICE.
Wir waren sprachlos, doch nutzten wir die Chance, um ein paar Worte auszuwechseln und dabei beobachteten begeistert, wie er sich vielleicht 20 Plätze entfernt in den nächsten Wagon setzte.

Wir erfuhren, dass das Duo an diesem Abend noch einen Auftritt in Jena hatte, und wir begleiteten sie auf der Reise dort hin; zumindestens auf der Zugreise. Lugatti, von dem es hieß, dass er den Zug verpassen würde, schaffte es noch ganz knapp und wir beobachteten von Ferne, wie er im abfahrenden Zug Richtung Frankfurt Hauptbahnhof seinen Sitzplatz einnahm.
Wir fragten uns, wie sie jetzt weiterfahren würden und bei der Endstation Frankfurt wurde es uns klar: Sie stiegen nämlich mit uns aus.
Wie wir am Vorabend schon erlebt hatten, waren Lugatti & 9ine zwei sehr freundliche und nette Menschen. Wir schnackten ein wenig über das gestrige Konzert, den wohl bös verkaterten Longus Mongus und ihre Weiterreise, bis ein Freund beiläufig meinen Geburtstag erwähnte. Mit „Ey, Glückwunsch Bro“ von Lugatti, zog plötzlich 9ine seine frisch releaste Merchandise Kappe ab, setze sie mir auf und beglückwünschte mich ebenfalls.

9ines Cap

Ich war überglücklich und sitze jetzt hier mit 9ines Kappe, die er, wie er uns erzählte, auch am Konzert anhatte, und lasse diese zwei geisteskranken Tage nochmal Revue passieren.
Ein spontaner Kurztrip, auf dem wir Deutschraps Rising Stars Lugatti & 9ine näher als erwartet kennenlernen durften, den ich so schnell nicht vergessen werde.

PS:

Das neue Album von Lugatti & 9ine namens Tempo ist heute erschienen. Das von vielen langersehnte Projekt der Kölner, in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Funkvater Frank, der schon im letzten Jahr mit OG Keemo die deutsche Rapszene umgekrempelt hat.
Definitely worth listening to!

Autor: Julius Opatz

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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