Machen Kollaborationen noch Sinn? - Die fragwürdige Zusammenarbeit zwischen McDonald’s x Travis Scott

Ich komme aus einer Zeit, in der Kollaborationen noch dazu dienten, andere Marken mit ihrer Reichweite zu unterstützen. Es ging jedoch nicht nur um die Reichweite.

Machen Kollaborationen noch Sinn? - Die fragwürdige Zusammenarbeit zwischen McDonald’s x Travis Scott

Ich komme aus einer Zeit, in der Kollaborationen noch dazu dienten, andere Marken mit ihrer Reichweite zu unterstützen. Es ging jedoch nicht nur um die Reichweite.

Ich komme aus einer Zeit, in der Kollaborationen noch dazu dienten, andere Marken mit ihrer Reichweite zu unterstützen. Es ging jedoch nicht nur um die Reichweite. Man wollte das kreative Potenzial beider Marken nutzen, um Produkte zu erschaffen, die nicht in jedem Saftladen zu finden sind. Es hört sich an als wäre ich von der alten Schule, aber ich bin 24 Jahre alt und habe mit 14 zum ersten Mal in einem Streetwearstore namens 874 gearbeitet. Dort bin ich zum ersten Mal in meinem Leben mit Streetwear in Berührung gekommen. Bis dato waren mir Kollaborationen zwischen Marken noch gar nicht bekannt.

Stüssy hat es beispielsweise ganz gut hinbekommen, dass sie schon vor Jahrzehnten auf die Kollaborationstrommel schlugen. Auch als ich im 874 arbeitete. Stüssy war einer der ersten Brands, die ich kennenlernte, die ständig mit diversen Marken zusammenarbeiteten, um ihren Kundenkreis zu erweitern und um Produkte zu erschaffen, die einzigartiger nicht hätte sein können. Sie suchten sich stets Kollaborationspartner, mit denen sie auf derselben Augenhöhe sind. Sowohl in kreativer Hinsicht als auch im kommerziellen Sinne. Allerdings darf man nicht vergessen, dass das bedeutendste an Kollaborationen sind, dass sie die Culture formen sollen.

Die meisten Streetwearbrands sind auf der ganzen Welt verteilt, aber zeigen durch ausgeklügelte Kooperationen, dass es mehr sein kann als sich nur einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Zusammenarbeit zu ziehen. All das führt zu einem großen Netzwerk, das zu einer Kultur führt, die aus Liebe und Überzeugung entstanden ist. Da wären wir auch gleich bei dem Thema McDonald’s x Travis Scott. Das ist offensichtlich einer der schlechtesten Kollaborationen dieses Jahrzehnts, und das Jahrzehnt hat erst angefangen.

Die Kollektion ist so substanzlos wie leblose Prints auf Gildan Shirts. Dass ein Teil der Erlöses an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet wird ist wirklich sehr lobenswert, und bringt einen Kontext in die Kooperation. Für mich hört es sich lediglich nach einem Vorwand an, um die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben, in einem längst übersättigtem Markt, der es nicht nötig hat. Die Kultur die einst dahinter stand existiert so nicht mehr wie man es kannte. Überflüge Hypes neigen dazu, dass alles, wofür das Ganze stand verschlungen wird, und Werte wie Leidenschaft, Kreativität und Exklusivität zu Grunde gehen. Keiner braucht eine Travis Scott Action Figur - keiner braucht ein Travis Scott Schlüsselanhänger. Erst recht braucht keiner Travis Scott Merch. Erst recht nicht in Kooperation mit McDonald’s.


Man kann nur knien und seine Hände nach oben richten und hoffen, dass der unbändige Hype ein Ende nimmt. Dass der Hunger nach dem sich jeder sehnt gestillt wird. Jedoch durch Produkte, die man durch Überzeugung kauft, und nicht weil sie durch Popstars und Großkonzernen beworben werden. Es soll mehr große Kollaborationen geben, die das Produkt und eine damit verbundenen Geschichte in den Fokus stellen. Kein Travis Scott Fast Food Menü wird diesen Appetit stillen können.

Autor: Moubarak Assima

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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