Mode ist mehr als nur Klamotten - Das Interview mit dem Modedesigner Jesper Hansen

Durch das Internet fühlt sich die Welt doch nicht mehr so groß an, wie man sie einst kannte. Vor allem, wenn man in Deutschland lebt, und man sich durch das Internet mit kreativen Köpfen innerhalb der deutschen Szene vernetzt.

Mode ist mehr als nur Klamotten - Das Interview mit dem Modedesigner Jesper Hansen

Durch das Internet fühlt sich die Welt doch nicht mehr so groß an, wie man sie einst kannte. Vor allem, wenn man in Deutschland lebt, und man sich durch das Internet mit kreativen Köpfen innerhalb der deutschen Szene vernetzt.

Durch das Internet fühlt sich die Welt doch nicht mehr so groß an, wie man sie einst kannte. Vor allem, wenn man in Deutschland lebt, und man sich durch das Internet mit kreativen Köpfen innerhalb der deutschen Szene vernetzt. Jesper Hansen ist ein Modedesigner, der sehr früh mit Mode in Kontakt getreten ist. Durch seine gleichnamige Brand Jesper Hansen veröffentlicht er in regelmäßigen Zeitabständen, Kollektionen, die mit viel Liebe und Aufwand, selbst genäht wurden. In dem Interview kriegen wir einen besseren Eindruck von seiner Arbeit und seiner Persönlichkeit. Here we go.

Mode ist mehr als nur Klamotten - Das Interview mit dem Modedesigner Jesper Hansen

Hey Jesper. Wie geht’s dir? Stell dich doch kurz mal vor, und erzähl was Du so machst.

Hey Moubarak und Grüße an deine Leserschaft!

Mir geht es wirklich sehr gut und kann mich nicht beschweren, ich hoffe Dir auch?

Zu mir, mein Name ist Jesper Hansen (21) und wohne im Norden Deutschlands. Aufgewachsen bin ich allerdings im Süden Dänemarks und finde dort auch meine ganze Verwandtschaft wieder. Ich als Person bin ein offener und kommunikativer Mensch und versuche aus jeder Sache positives herauszunehmen, was mir bei meiner Arbeit auch sehr zugute kommt. Beruflich stelle ich meine eigene Mode her und kreiere seit circa zwei Jahren meine Sachen, die auch für andere erwerbbar sind.


Wann wurdest Du das erste mal mit Mode konfrontiert? Und was hat es in Dir ausgelöst?


Ich habe schon als kleiner Junge darauf geachtet was ich anziehe, aber das erste mal mit Mode, wo ich mir wirklich Outfits zusammengestellt habe kam durch meinen großen Bruder. Das ganze hatte damals mein Interesse so sehr geweckt, dass ich mich tiefer in die Thematik „Mode“ hinein las/lernte. Es hat mir extreme Freude bereitet immer wieder neue Styles zu entdecken und auszuprobieren. Die Leidenschaft zu Mode ist auch bis heute, ein fester Bestandteil der Beziehung zwischen mir und meinem Bruder.

Wie bist Du auf die Idee gekommen deine eigene Brand zu gründen? Was war die Intention dahinter?

Meine eigene Brand zu gründen, war keine Entscheidung von heute auf morgen, sondern ein langer Prozess. Auf die konkrete Idee bin ich in meiner schulischen Ausbildung gekommen. Während ich mein Fachabitur im Fachbereich Mode&Design -Schwerpunkt Bekleidung erfolgreich absolviert habe, entwickelte und entstand in diesen Jahren, die Idee, zur eigenen Brand.

Meine Intentionen dahinter sind einfach, dass ich Kleidung mache, bei der die Menschen wirklich das Gefühl verspüren, etwas besonderes bei sich im Schrank hängen zu haben. Die Leute sollen verstehen, dass ich mit meinem Namen für das stehe, was ich da produziere. Ein nachhaltiges, tragbares und vor allem besonderes Produkt.

Deine Pieces sehen sehr hochwertig und professionell aus. Wo lässt du deine Kollektionen produzieren?

Ich danke Dir für das Kompliment! Ich produziere alle Teile selber! Ich erstelle die Schnitte, schneide die Stoffe zu und nähe anschließend jedes Teil aus meinen Kollektionen. Also hundertprozentig JH. Durch diesen Herstellungsprozess ist es mit der Stückzahl zwar etwas schwierig, aber ich kann jedes Teil überprüfen, abändern und so hochwertig gestalten wie ich es haben will. Ich hoffe jedoch, dass ich in Zukunft eine Produktion finde, die meinen hohen Maßstäben/Ansprüchen entspricht, und arbeite so lange, dass ich diesen Schritt machen kann/will. Das ist der Plan. Dann würde ich aber immer noch selber parallel mit produzieren und Special Pieces anfertigen, wenn es soweit sein sollte.

Man kann aus deiner Arbeit entnehmen, dass du auch ein großer Fan von Yohji Yamamoto und Rick Owens bist. Wie beeinflussen sie deine Arbeit?

Diese Beiden sind wirklich große Designer. Vor allem Yohjj.

Mich beeindrucken nicht nur die Kleidungsstücke, sondern auch die Persönlichkeiten. (Das was man via Social Media usw. auffassen kann)

Ich finde es immer schlecht zu sagen „Ich mache Sachen WIE ........“

Als Designer ist es wichtig seinen eigenen Stil zu finden. Bei mir war es so, dass ich erst dann Sachen veröffentlicht habe, wo ich mir zu tausend Prozent sicher war, dass es mir gefällt und es auch mit den Jahren so bleibt. Ich möchte keinen Trend ausnutzen, zeitlose Sachen, in denen man von Kollektion zu Kollektion einen roten Faden wieder erkennt... Das ist mein Ziel! Und diese Einstellung, dass man sich treu bleibt, zeigt beispielsweise ein Yohji immer wieder.

Kannst du dir auch vorstellen dich mit deiner Mode in eine andere Nische zu positionieren? Da deine Pieces sehr schlicht und detailgetreu sind.

Ich kann mir das auf alle Fälle vorstellen! Wenn, dann würde ich eine andere Nische aber nur als Nebenprojekt angehen. Oberste Priorität wäre, dass ich mich in den Arbeiten (trotz Nebenprojektstatus) wieder erkenne und das mein roter Faden bleibt. Als Designer probiert man sich aus und versucht Dinge. Ob sie dann etwas taugen… auch auf die Jahre gesehen, dass liegt an einem selber. Ich finde zum Beispiel die Techwear Szene mega interessant und allgemein Sportswear bietet immer einen hohen Komfort und Spielraum. Mal sehen...

In welche Richtung möchtest du dich mit deiner Brand bewegen? Wie stellst du dir die Zukunft vor?


In die Richtung, dass meine Sachen getragen und wertgeschätzt werden. Die Leute sollen wissen was sie bekommen, aber trotzdem immer wieder überrascht werden von meinen Arbeiten. Ich stelle, beziehungsweise erhoffe mir eine gesunde und erfolgreiche Zukunft, indem vielleicht das ein oder andere Teil von mir, in ausgewählten Läden hängen wird.

Mit welchen drei Worten würdest du deine Brand NICHT beschreiben?

Kurzlebig, austauschbar und billig

Wenn du auf einer einsamen Insel wärst, was für Produkte würdest du kreieren?

Wenn ich auf einer einsamen Insel wäre, würde ich mir für jede Wetterlage ein bekleidungsphysiologisch funktionales Outfit kreieren. Das Zusammenwirken von Körper und Kleidung wäre dort sehr wichtig. Im Allgemeinen ist dies ja der eigentliche Sinn und Zweck von Kleidung.

Wenn du die Modewelt ändern könntest, was wäre es genau, was du ändern wollen würdest?

Wenn ich die Modewelt ändern könnte, dann würde ich den Überkonsum der Modewelt in Sachen Fast-Fashion auf jeden fall verringern.

Danke für das gelungene Interview, Jesper.

Ich bedanke mich für das Interview!

Bleibt alle gesund und glücklich.

Jesper Hansen

Text: Moubarak Assima / Fotos: J.Fischer Styling: Jesper Hansen Models: Merle Valetina Rosa &  Anthony Josef Creative Direction: Jesper Hansen

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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