Rebellion & Mode - Wie Dr. Martens zum Modeklassiker wurde

Die Trends der heutigen Modewelt bewegen sich dynamisch und sind sehr schnelllebig - mehrmals im Jahr wechseln die Kollektionen. Die “big Player” sind dabei an gerade einmal zwei Händen abzuzählen, wenn es dazu kommt, zeitlose Schuhe für den Alltag zu kreieren.

Rebellion & Mode - Wie Dr. Martens zum Modeklassiker wurde

Die Trends der heutigen Modewelt bewegen sich dynamisch und sind sehr schnelllebig - mehrmals im Jahr wechseln die Kollektionen. Die “big Player” sind dabei an gerade einmal zwei Händen abzuzählen, wenn es dazu kommt, zeitlose Schuhe für den Alltag zu kreieren.

Die Trends der heutigen Modewelt bewegen sich dynamisch und sind sehr schnelllebig - mehrmals im Jahr wechseln die Kollektionen. Die “big Player” sind dabei an gerade einmal zwei Händen abzuzählen, wenn es dazu kommt, zeitlose Schuhe für den Alltag zu kreieren. Eine Silhouette zur Welt zu bringen, die es über Jahrzehnte schafft, so präzise die eigene Identität zum Ausdruck zu bringen wie “Dr. Martens”, gilt bis heute als absolute Meisterleistung. Dieser weltberühmte Stiefel feiert nun 60-jähriges Jubiläum und wir feiern mit.

Die Entstehung

Vor genau 60 Jahren begann alles mit dem Münchner Arzt Dr. Klaus Märtens, der gegen Ende des zweiten Weltkriegs die Idee hatte, Arbeiterschuhe zu revolutionieren: Um deren Komfort zu erhöhen, erfand er eine luftgepolsterte Sohle aus PVC. Nach dem ersten Entwurf konnte er seinen damaligen Studienkollegen Herbert Funck überzeugen, die für ihn nötigen Materialien zu besorgen. Als gebürtiger Luxemburger war Funk nämlich nicht von den Handelsbeschränkungen von Nachkriegdeutschlands betroffen.

Dr. Klaus Märtens(rechts) und sein Partner Herbert Funk (Bild von: The Sun)

Der Sicherheitsstiefel wurde schnell bekannt. Die Industrie erholte sich und die bequemen Schuhe für Arbeiter trafen den Nerv der Zeit. Im Jahr 1952 wurde die erste Fabrik in München eröffnet. Im Jahr 1959 machte die Firma international Werbung.

Ein Mann namens Bill Giggs, Fabrikleiter in England der berühmten Tuff Boots, reagierte mehr als begeistert, als er vom Konzept der luftgepolsterten Sohle das erste Mal hörte. Er entschloss sich dazu, den beiden die Produktlizenz abzukaufen. Anschließend wurde das Aussehen der Schuhe jedoch ein wenig geändert, indem die gewölbte Lederkappe neu geformt sowie die heutzutage typischen gelben Nähte hinzugefügt wurden. Da der Name Dr. Märtens in seinen Augen zu schwer auszusprechen war benannte er die Firma zu Dr. Martens um. Im Jahre 1960 wurde schließlich die klassische Schnürvariante mit acht Löchern erschaffen - der 1460er - Dieser entwickelte sich rasch als Identifikation für die rebellischen Jugendbewegungen sowie die Punkrock Szene der damaligen Zeit.

The Rise-Up

Die in jeder Hinsicht prägenden Gruppen, die Dr. Martens zum schnellen Aufstieg verhalfen, reichten von den Skinheads in den späten 60ern, über die Punks in den 70ern, bis hin zu den Goth- und Grunge- Bewegungen in den 80er- und 90er- Jahren. Doch all diese Subkulturen trugen den Schuh nicht aus stylischen Aspekten, sondern aus expressiven Gründen.

Vor allem Modelle mit Stahleinlage unter der Vorderkappe waren super erfolgreich bei den gewalttätigen Gruppen wie den Punks und den Skins. Da musste ein Schuh einiges aushalten können.

In den 1990ern angekommen, erreichte der Schuh erneut internationale Aufmerksamkeit im Zuge der Grunge Welle. Besonders bei Festivals wurde er zu einem abloutem Must-Have. Erneut galt der Schuh hierbei als Symbol des Widerstands, des Anders-seins und des Aufstandes gegen die übrige energielose Gesellschaft. “Um kreativ zu sein, muss man manchmal rebellieren”, heißt es außerdem in der Firmenphilosophie. Das Problem dabei war, dass die einzige Möglichkeit sich einen Schuh zu kaufen, eine Reise nach London bedeutete. Bis heute ist der 1994 am Covent Garden eröffnete Shop legendär! Man kann sich gar nicht vorstellen, dass ein Paar damals gerade einmal zwei Pounds kostete...

Wie erlangt ein Artbeitschuh so einen Kultstatus?

Ihren Kultstatus verdanken Doc Martens Pete Townshend, dem Sänger von The Who. Pete war stolz auf seine Herkunft aus der Arbeiterklasse und trug die Boots auf fast jedem seiner Konzerte in den 60ern. So wurden sie rasch zum Trend und erlangten internationale Aufmerksamkeit. In den kommenden Jahren sollte insbesondere die Punkszene sich hiervon inspirieren lassen.

Doc Martens vor dem Abgrund

Um die Jahrtausendwende stand die Firma Dr. Martens kurz vor dem Bankrott. Die Verkaufszahlen waren dramatisch zurückgegangen und die Modelle schienen einfach nicht mehr “in” zu sein. Im Jahr 2004 begann man damit, einen Großteil der Produktion nach Asien zu verlegen, um Kosten zu senken und das Unternehmen über Wasser zu halten. Außerdem riskierte man neue und ausgefallenere Designs zu entwerfen, die heute auch noch als sehr gewagt bezeichnet werden könnten. 2010 stellte sich dieser Schritt als erfolgreich heraus: Das internationale Interesse stieg und somit wurde die Produktion wieder langsam nach England verlagert, um die Designabteilung mit der Produktion enger zusammen zu bringen. Durch die Initiative, eine größere Auswahl an Modellen, Farben und Designs anzubieten, hat sich Dr. Martens vor dem Aus gerettet. Heute sind die Schuhe in Läden auf der ganzen Welt verteilt sowie in diversen Online Shops zu finden.

Die Gegenwart

Acht Schnürlöcher hatte der Stiefel zu Beginn - mittlerweile stellt Dr. Martens auch höhere Stiefel, Sandalen und sogar Pumps her. Die Designs reichen von Blumenmuster über Lack bis hin zu den schrillsten Farben. Aktuell hat die Kultmarke rund 250 Modelle im Sortiment. Mit der klassischen Form und der beeindruckenden Geschichte hat Doc Martens es auch vor die Tür des der Haute Couture geschafft. Mittlerweile reißen sich die größten Namen des High Fashion Etablissements um eine Kollaboration mit Dr. Martens.

Yohji Yamamoto gilt bereits seit langem als Schneidermeister und hat unbestreitbaren Einfluss auf die Modebranche. Sein japanisches Haus bietet einzigartige, zeitlose Pieces an. Sein Name macht immer noch Wellen und er bleibt dabei seiner DNA treu. Die Kollaboration mir Dr. Martens Edition 1461 Derby-Schuhe sind aus Leder in einer matten, glatten Maserung gefertigt und verfügen über Kontrastnähte in Gelb, Schnürverschluss und eine charakteristische Air Cushion-Gummisohle.

Raf Simons hat seine laufende Partnerschaft mit Dr. Martens fortgesetzt. Seine Zusammenarbeit ist Teil des 1460 Remastered Projekts des Heritage Footwear Labels. In der neuen Version fügt Simons dem glatten Lederobermaterial des klassischen Stiefels Nickelringe hinzu, ein Hinweis auf das Motiv, das in den jüngsten Kollektionen des Designers verwendet wurde.

Raf Simons x Dr. Martens

Comme des Garçons und Dr. Martens setzen ihre Kollaboration fort, indem sie die klassische Silhouette von Dr. Martens mit der zeitgenössischen Sensibilität von Comme des Garçons verschmeltzen. Der Schuh ist mit einer Brogue-Zehe und einem doppelten Schnallenriemenverschluss ausgestattet. Um Details hinzuzufügen, verfügt der Schuh über eine gelbe Kontrastnaht. Die komplette Kollektion erschien exklusiv im Dover Street Market London und war auch nur dort erhältlich.

Comme des Garçons x Dr. Martens

Einmal Rebell - immer Rebell! Ois Guade, Dr. Martens!

Autor: Paul Herzfeld

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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