Vom Court zum Kult-Sneaker - Die Historie des adidas Superstars

Der adidas Superstar ist in meinen Augen kein gewöhnlicher Sneaker. Er war tatsächlich mein erster Turnschuh und hat mich über einige Jahre auf meinem Weg begleitet, als ich es noch faust-dick hinter den Ohren hatte.

Vom Court zum Kult-Sneaker - Die Historie des adidas Superstars

Der adidas Superstar ist in meinen Augen kein gewöhnlicher Sneaker. Er war tatsächlich mein erster Turnschuh und hat mich über einige Jahre auf meinem Weg begleitet, als ich es noch faust-dick hinter den Ohren hatte.

Der adidas Superstar ist in meinen Augen kein gewöhnlicher Sneaker. Er war tatsächlich mein erster Turnschuh und hat mich über einige Jahre auf meinem Weg begleitet, als ich es noch faust-dick hinter den Ohren hatte und zur Grundschule ging. Ich hatte ihn zu jeder Gelegenheit an, da er einer der wenigen Turnschuhe war, die ich besaß. Dieses Jahr wird der Superstar 50 Jahre alt und feiert somit sein Jubiläum. Mir schoss das Glück förmlich aus den Ohren, als ich die frohe Botschaft erhielt, ein Teil dieser Kampagne werden zu dürfen. Da ich dem Superstar somit die Ehre widmen kann, die ihm zusteht.

Selbst wenn ich heute noch einen Superstar trage, überkommt mich das wohlige Gefühl der Nostalgie; Flashbacks aus meiner Kindheit kommen hoch. Verdammt habe ich meine Kindheit geliebt. Aber kommen wir zu etwas wichtigerem. Unterhalten wir uns über das Produkt, welches sich durch so viele Generationen zog und so vieles bewegte, dafür dass es nur „einfache“ Sportschuhe waren.

Der adidas Supergrip

Das Fundament

Der adidas Superstar hieß zu seiner Zeit noch adidas Supergrip. Er kam 1964, parallel mit dem Pro Model, heraus; der mittelhohen Version. Das gängigste Merkmal des Superstars ist die schützende Shell Toe (Zehenkappe), die so konzipiert wurde, dass im vorderen Zehenbereich der Abnutzungsprozess verlangsamt wird. Welche Eigenschaft ebenfalls von großer Wichtigkeit war, ist die schnörkelig strukturierte Herringbone-Sohle. Diese Technologie erlaubte es dem Superstar, den nötigen Grip zu geben, der auf dem Court mitbringen sollte.

In seinen Anfängen galt der adidas Supergrip nicht als besonders lukrativ. Die Norm der NBA galt damals den Canvas Schuhen von Chuck Taylor All Star. Deshalb war der Sprung ins kalte Wasser von adidas, erstmals mit Glattlederschuhen herauszukommen, sehr gewagt. Jedoch sollte sich dies ändern, als Jack McMohan, der ehemalige Coach der San Diego Rockets, die Zügel in die Hand nahm und sein Team mit dem adidas Supergrip auf dem Court los marschieren lies. Ende der Saison bemerkten einige rivalisierte Teams, dass die Rockets mit einem völlig neuem Schuhwerk aufgetreten waren. Als 1969 Celtics Boston die NBA gewann und sie währenddessen den Super Grip an ihren Füßen trugen, hatte adidas den Basketballmarkt übernommen. 85 Prozent der amerikanischen Basketballspieler wechselten zu adidas über. Von 1964 bis 1965, durchlebte der adidas Supergrip einen großen Wandel, dem kein Ende in Sicht war. Der Glattleder-Sneaker, der einst adidas Supergrip hieß, wurde zu dem Schuh umbenannt, den wir heute als Superstar kennen. Zu diesem Zeitpunkt wurde ihm auch sein charakteristisches Merkmal verpasst, die muschelförmige Zehenkappe, so wie man es ursprünglich von der mittelhohen Version kannte.

Ein adidas Superstar aus 1970

Die 70er Jahre

Als der Superstar 1970 veröffentlicht wurde, pushte er den Verkauf von adidas enorm. Canvas-Schuhe waren schon längst ausgestorbene Geschichte und Converse versank Ende der 80er im florierenden Schatten von adidas. Chris Severn, der Chief Creative Executive von adidas, überredete Horst Dassler im Jahre 1976 dazu, dass adidas für den Superstar einen „Superstar“ braucht, der das neue Gesicht des Sneakers werden sollte. In den späten 80ern, waren alle Augen auf Kareem Abdul-Jabbar gerichtet, da er einer der besten Top-Scorer seiner Zeit war. Somit wurde beschlossen, dass er das neue Gesicht des Superstars werden sollte.


Selbst wenn der Superstar mit seinen technologischen Vorzügen nicht mehr der fortgeschrittenste On-Courtschuh seiner Art war, fand er seine wahre Bedeutung auf der Straße.

Die 80er Jahre

Die 80er waren ein sehr bedeutendes Jahrzehnt für den „Hip-Hop“. Viele Hip-Hop Künstler schlossen ein Bündnis und taten sich zusammen, um der Welt zu zeigen, wer sie waren. Sie wollten sich mit ihrer Kunst verewigen. Viele von ihnen schafften dies, so wie das Hip-Hop Trio Run DMC. Die Rap-Gruppe war jene, die den Hip-Hop vom Underground an die breite Masse brachte. Sie galten als die größte Hip-Hop Gruppe und füllten riesige Arenen, die innerhalb kürzester Zeit komplett ausverkauft waren. Das Kollektiv Run DMC war auch die erste Crew ihrer Art, die mit ihren Alben auf Gold und Platinum avancierte.

Run DMC in adidas Originals
Das Hip-Hop Kollektiv Run DMC

Vor Run DMC gab es einige andere Gruppen, wie Grandmaster Flash and The Furious Five, die jedoch nicht dem klassischen Hip-Hop-Ideal entsprachen. Sie sahen eher aus wie eine Glam-Rock Band. Ihr Ziel war es dem Idealbild eines Superstars zu entsprechen und nicht mit der gängigen „Ghetto-Attitüde“ in Verbindung gebracht zu werden. Run DMC hingegen blieb sich selbst und ihrer DNA treu. Sie wussten woher sie kamen und hatten auch nicht den Drang es verstecken zu müssen. Genau das nutzten sie zu ihrem Vorteil. Von Kopf bis Fuß waren sie mit der Marke der drei Streifen eingedeckt; adidas Tracksuits und der altbekannte adidas Superstar fanden sich in ihrem Kleidungsstil wieder. Fans adaptierten auf Anhieb den Look des Hip-Hop Kults und fingen an, auf ihren Konzerten adidas Tracksuits mit dem dazu passenden Schuhwerk - dem Superstar, zu kombinieren. Run DMC brachte 1986 ihr drittes Album Raising Hell heraus. Sie performten zu dem Album im Madison Square Garden. Der Road Manager Lyor Cochen lud Angelo Anastasio ein, der zu seiner Zeit ein adidas Excutive war. Anastasio war positiv überrascht, als er live sah, wie die 10.000 Fans ihre adidas Superstars in die Höhe hielten. Der Executive machte sich nach der Show wieder auf den Weg ins HQ, um Bericht zu erstatten. Binnen kürzester Zeit wurde ein Deal abgewickelt und Run DMC war das erste Hip-Hop Kollektiv, dass einen Multimillionen Dollar Werbedeal mit einem Sportartikelhersteller hatte. Diesen Deal unterstrich die Band mit dem Track my adidas, der Wellen schlug.

Die 90er Jahre

Im Jahr 1990 wurde dem Superstar wieder ein Remake verpasst, welches nur von minimaler Bedeutung war, jedoch einen großen Effekt erzielte. Das Material wurde verfeinert und die Zunge wurde mit einer Polsterung optimiert. Skater wie Mark Gonzales und Keith Hufnagel profitierten von diesem Superstar, da dessen Shell Toe unzerstörbar gegenüber Kratzern war. Außerdem umfasste die Shell Toe die Zehen so, dass diese optimal vor einer Überdehnung geschützt waren. Auch die Lebensdauer des Superstars machte ihn bei den Skatern so attraktiv. Somit machte der Schuh sich nicht nur Fans im Hip-Hop, sondern ebenfalls im Skate- und Streetwear-Bereich. Die oben genannten Skater arbeiteten mit adidas an ihren Signature-Schuhen und ließen ihrer Kreativität freien Lauf. So erschufen sie den adidas Superstar in Kompositionen, die es so vorher noch nie gab. Neue Materialien wie Lack- und Wildleder wurden eingesetzt, um ihren Fans die volle Bandbreite bieten zu können.

Die 2000er

Anfang 2000 genoss der Superstar immer noch Kultstatus und wurde bis in den Himmel hoch zelebriert. 2001 führte adidas „adidas Originals“ ein. Dies half eine klare Linie zwischen den Bereichen Performance und Lifestyle-Produkten festlegen zu können. In Berlin wurde der erste Flagship-Store eröffnet. Dies wurde mit dem streng limitierten adidas Superstar Crystal groß zelebriert.

Im Jahr 2002 starb Jam Master Jay, das Hip-Hop Idol aus dem Run DMC Kollektiv. Um unvergänglich und unvergessen zu bleiben beschloss adidas einen Schuh zu seinen Ehren zu designen; den JMJ Ultrastar. Durch den Support von adidas ging der Erlös, den sie erwirtschafteten, an die Jam Master Jay Fundation.

adidas JMJ Ultrastar

Ein Jahr später kam die erste Kollaboration mit einem Modedesigner zu Stande, der die Art und Weise wie man sich „straßentauglich“ kleidete, völlig auf den Kopf stellte. Wir wissen alle, dass es sich hierbei nur um einen Modeschöpfer handeln kann: Nigo von A Bathing Ape. Nigo nahm sich der Herausforderung an und entwarf 4 neue Designs des adidas Superstars; darunter einen beigefarbenen mit Wildleder- und Camouflage-Aufdruck, welcher (wie auch nicht anders zu erwarten) durch die Decke ging. Diese Schmuckstücke wurden künstlich so verknappt, dass es weltweit nur 100 Paare gab, die zwischen adidas und Bape aufgeteilt wurden.

adidas Super Ape Star by Nigo

2020 - das 50-Jährige Jubiläum vom adidas Superstar

Im laufe der Jahre durchlebte der Superstar mehr als der ein oder andere Mensch. Die Geschichte hört jedoch weiterhin nicht auf und wird über weitere Generationen fortbestehen. Dieses Jahr ist der Superstar 50 Jahre alt geworden. Unter dem Motto Change is a Team Sport, blüht der Kultsneaker wieder auf und wird von diversen Partnern von adidas völlig neu erzählt. Blondey löste mit seinem transparentem Superstar große Euphorie aus und wurde sehr populär mit seinem neuen making-off. Regisseur und Schauspieler Jonah Hill ist ein Superstar, der auch Teil der „Change is a Team Sport“ -Bewegung ist. Er gab auch bereits bekannt, dass zwei neue Sambas und ein Superstar von ihm designed, herauskommen werden. Sein individueller Superstar sollte sogar diesen Monat im April auf dem europäischen Markt erscheinen.

Blondeys transparanter adidas Superstar

Der adidas Superstar hätte es niemals als erster Glattleder-Basketballschuh geschafft, wenn Leute wie Jack MCMohan nicht daran geglaubt hätten. Dieses Vertrauen zog sich über viele Generationen, von Subkultur zu Subkultur und löste in einigen Menschen etwas aus. Man kann nicht sagen, dass der Superstar ein einfacher Sportschuh war. Er war und ist auch heute noch ein wichtiger Teil eines großen Puzzles, welches viele Menschen miteinander verbindet.

Moubsen adidas Superstar Editorial

Fotos: Daniel Mayer / Styling: Moubsen / Model: Moubsen / Creative Direction: Moubsen & Daniel Mayer

Moubarak Assima

Creator & Stylist Creative ideas for @nofaithstudios Manage things @fabricsoverfriends Represented by @noinfluence.today Editor @title

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